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Montag, 27. April 2015

Ein paar ermutigende Worte für Hochsensible - und alle anderen, denen die Welt manchmal zuviel wird...

Jeder hochsensible Mensch, der seine Gabe dankbar annehmen kann und mit der Welt teilt, ist ein Geschenk für all die anderen hochsensiblen Menschen. Es ermutigt euch gegenseitig! Wenn es euch schwerfällt, euch der Welt zuzuwenden - weil sie zu laut, zu dicht, zu anstrengend erscheint - sucht euch jene, die euch ähnlich sind, um euch langsam wieder auf die Welt zuzubewegen. Es gibt so wundervolle Möglichkeiten, sich zusammenzuschließen und gemeinsame Wege aus dem Rückzug, dem Burn-Out oder was immer es auch sei, heraus zu finden und wieder ganz aktiv Teil der Welt um euch herum zu sein (zumindest immer wieder einmal, als sanfter  Einstieg). Kürzlich erreichte mich eine ganz liebe Einladung zu einem "Hochsensiblen-Stammtisch" von ein paar Frauen, die sich einmal im Monat treffen, gemeinsam Essen gehen und sich austauschen. Ich freue mich über selbst erschaffene Möglichkeiten wie diese. Vernetzt euch miteinander, begleitet einander und ich bin sicher, ihr werdet gemeinsam großartige Wege finden, die für jede/n Einzelne/n gerade gangbar sind. Du bist nicht "ganz besonders anders" und damit allein oder ausgegrenzt, sondern genauso anders, besonders und individuell, wie es jeder einzelne Mensch ist. Und trotz all der Unterschiede sind wir letztlich alle miteinander verbunden und können bei Treffen wie diesen spüren, dass es doch auch Menschen gibt, denen es ähnlich ergeht, wie uns. Menschen, die die Welt ähnlich wahrnehmen, ähnliche Herausforderungen zu meistern haben und ähnliche Gaben einbringen können. Der Begriff "Hochsensibilität" entstand ohne Wertung (im Sinne von höher, besser, entwickelter o.ä.), sondern versucht u.a. zusammenzufassen, welche anderen Eigenschaften das Nervensystem aufweist, wieviel mehr Eindrücke es durch die Wahrnehmungsfilter schaffen oder wieviele Reize auf die Sinne einwirken. Doch Begriffe wie diese bergen in sich auch Abgrenzungen wie eben "ich bin anders" oder "die Welt ist so anders als ich". Ja, vielleicht ist das wirklich so und vielleicht ticken nicht viele Menschen genau wie du - das geht jedoch auch vielen anderen so, die nicht hochsensibel sind. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass es Menschen gibt, die uns verstehen und nachempfinden können - und auch dies gilt nicht nur für Hochsensible. Jeder Mensch sehnt sich im Grunde seines Herzens nach Zugehörigkeit, Nähe und Verbindung. 
Wenn du das Vertrauen in andere verloren hast oder dich gerade sehr erschöpft fühlst, ist es völlig in Ordnung, dich eine Zeit lang vielleicht eher in Gegenwart von Tieren oder in freier Natur so richtig wohl zu fühlen. Doch diese Zeilen ermutigen dich vielleicht, nach einer Phase des Auftankens, für dich stimmige Wege zu suchen, die dich wieder mehr und mehr in die Geschehnisse der Welt und deiner direkten Umgebung einzubinden... Ich wünsche dir, dass du dies vertrauensvoll wagen kannst und schon bald achtsame Menschen an deiner Seite sein werden, die dich dabei unterstützen, wenn es einmal hakt. 

Letztendlich richten sich diese Worte an alle, denen die Teilhabe an der Welt gerade schwerfällt und ganz gewiss nicht nur an Hochsensible. Jeder Mensch, der sich traut, seine einzigartigen Gaben mit der Welt zu teilen, ist ein Geschenk für alle anderen - inklusive sich selbst!
Es gibt so viele wunderbare, achtsame, großherzige und mutige Menschen "da draußen" - du bist nicht allein! 


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Donnerstag, 26. März 2015

Schamanische Seelenteilrückholung und Hochsensibilität

Copyright: Teutoburger Forum, Petra Jastro

Unter folgendem Link finden Sie das komplette Magazin MEILE, Ausgabe Nr. 99, mit einigen anderen spannenden Artikeln:
http://issuu.com/www.teutoburger-forum.de/docs/m99


Für eine bessere Lesbarkeit, hier noch einmal der Artikel in Textform:

Die Kraft der Erde für Hochsensible
Schamanische Seelenteilrückholung und Hochsensibilität

Eine überfüllte S-Bahn, Gesprächsfetzen und mp3-Gezischel, dann ein Großraumbüro mit Kollegen, die ihre Emotionen ungefiltert herausposaunen, ständigem Klicken von unzähligen Tastaturen und einer To-Do-Liste, die kein Ende nimmt. Abends dann in der S-Bahn zurück, genervte Blicke und Eile überall, gefolgt von den Anforderungen, die die Familie stellt. Für viele Menschen sieht so der Alltag aus – und die meisten kommen auch mehr oder weniger gut damit zurecht. Doch es gibt unter ihnen auch Menschen, denen all diese Einflüsse, welchen sie täglich ausgesetzt sind – Geräusche, Gerüche, grelle Lichter, fremde Emotionen, Stress und Aufregung – einfach zu viel sind. Während die einen Menschen über funktionierende Filter verfügen, die ihr Innenleben vor dem Lärm der Welt schützen, können andere diesen nicht einfach an sich abprallen lassen. Diese besondere Empfänglichkeit, die sich in einem sehr hohen Einfühlungsvermögen auch sehr positiv äußert, führt nicht selten zu einem gewissen Leidensdruck und wird als Hochsensibilität bezeichnet. 


Obwohl bereits C.G. Jung das Phänomen der Hochsensibilität erkannte, wird dies erst seit 1999 intensiver erforscht und stößt in jüngster Zeit – aufgrund der vielen Menschen, die die Folgen einer erhöhen Sensitivität beklagen – auf immer größeres Interesse. 
Hochsensible haben aufgrund der physiologischen „Disposition“ des Nervensystems eine höhere Empfänglichkeit für äußere Reize wie z.B. Geräusche und Gerüche und für innere Reize wie Stimmungen, Gefühle anderer, Erinnerungen und intuitive Ahnungen. Da jeder Sinneseindruck stärker und detaillierter wahrgenommen werden kann, sind Hochsensible oft damit beschäftigt, sich vor Reizüberflutung zu schützen, sich zurückzuziehen oder sich anzupassen. Die hohe Informationsdichte, die das Gehirn zu bewältigen hat, kann zu emotionaler Instabilität, Überforderung und starken Stresssymptomen führen. Obwohl Hochsensible über ein reiches inneres Potenzial verfügen, können sie dies oftmals nicht voll in ihr Leben integrieren und werden häufig als „seltsam“, überempfindlich, dünnhäutiger oder langsamer als andere wahrgenommen.
Während der eine Mensch also die überfüllte S-Bahn mit stoischer Gelassenheit erträgt, kann sie sich für den Hochsensiblen subjektiv wie ein „Dauerangriff“ präsentieren. Das gleiche gilt für die Emotionen anderer Menschen: z.B. der Trauer einer Freundin, die ein Hochsensibler im wahrsten Sinne des Wortes miterleidet und teilweise nicht von den eigenen Gefühlen abgrenzen kann. 
Ist solch ein Mensch einem traumatischen Erlebnis ausgesetzt, Emotionen, die ihn wirklich völlig überwältigen, kann es sein, dass der empfindsamen Innenwelt nur ein Ausweg bleibt: der verletzte Anteil wird abgespalten, so dass zumindest diese Emotionen nicht mehr erlebt werden müssen. Der Mensch wirkt dann oft wie zersplittert oder agiert fahrig.
Schamanische Traditionen kennen seit Tausenden von Jahren solche Zustände, denen gerade Hochsensible oft ausgesetzt sind, und können hier Aufschluss über die Befindlichkeit des Menschen geben. Dies ist einer der Gründe, warum schamanische Arbeit für hochsensible Menschen ein so wertvolles Werkzeug sein kann. Es ist leicht vorstellbar, dass Menschen mit einer Feinwahrnehmung psychosozialer Geschehnisse (Befindlichkeiten, Stimmungen, Emotionen anderer Menschen), einer detailreicheren Wahrnehmung und u.a. auch damit einhergehender erhöhter Schmerzempfindlichkeit bereits in der Kindheit (traumatische) Momente der Reizüberflutung erleben. 

Aus schamanischer Sicht führen einschneidende, traumatische Erlebnisse zum Verlust von Seelenteilen. Um das Trauma, den Schock als gesamtes Wesen zu überleben, begeben sich Teile der Seele an einen sicheren Ort, an dem ihn niemand mehr verletzen kann. Auf diese Art einen Teil des Schmerzes zu verschieben hilft, das Trauma, die Demütigung oder die Angst zu überstehen. Es handelt sich dabei um einen brillanten Überlebensmechanismus, der uns davor schützt, bei entsprechenden Erlebnissen gänzlich innerlich zu zerbrechen. So geht nur ein Teil von uns, damit wir weiterhin in der Welt zurechtkommen können. Diese Orte können mithilfe einer schamanischen Reise aufgesucht werden.

Die moderne Psychologie erkennt an, dass Teile des Selbst abgetrennt werden können und spricht hier von Dissoziation („Abtrennung“), jedoch weniger davon, was dissoziiert – an dieser Stelle sprechen die Schamanen von der Seele, der Lebenskraft oder der Essenz –, und beziehen damit auch den energetischen, spirituellen Aspekt mit ein. Eine tiefenpsychologische Analyse kann uns helfen, das Geschehene zu verstehen, doch ein Gefühl des Getrenntseins oder der Unvollständigkeit bleibt oft weiterhin bestehen. Gerade Hochsensible Menschen erleben häufig einen langen emotionalen Nachklang des Erlebten, der ihnen regelrecht „in den Knochen steckt“.

Grundsätzlich kann alles, was einen Schock verursacht, zum Aufspalten der Seele führen. Unfälle, Überfälle bzw. Gewalterfahrungen, Missbrauch in jeglicher Form, Trennungen (Gefühl, als sei ein Teil, z.B. das Herz, noch beim Ex-Partner) und zerrüttete Familienverhältnisse, schwere Operationen oder der Tod einer nahestehenden Person (»Es ist, als sei auch ein Teil von mir gestorben.«). Es können auch Emotionen der Kindheit sein, das Gefühl, verlassen oder nicht geliebt zu werden. 
Während einer schamanischen Reise spürt der Schamane verlorene Seelenanteile auf, tritt mit ihnen in Kontakt und vereint sie wieder mit dem Klienten. Da ein solcher Seelenanteil nicht nur den Schmerz der damaligen Situation auf sich nimmt, sondern oftmals auch Charaktereigenschaften, Talente und Fähigkeiten in sich verschließt, können Schamanen oftmals auch von diesen Gaben berichten, die nun mit dem Seelenanteil zurückgekehrt sind. Viele Hochsensible fühlen sich ohnehin aufgrund der erhöhten Sensibilität wie Außenseiter in der Gesellschaft und leiden darunter sehr. Dieser ganzheitliche Ansatz hilft ihnen, Teile ihrer Lebensgeschichte aus der Tiefe ihrer Seele heraus zu verstehen und anzunehmen, ihre Seelenanteile willkommen zu heißen – und damit letztlich auch sich selbst. Als zutiefst naturverbundene Spiritualität hilft schamanisches Wirken den sensiblen Menschen auch mit unterstützenden Übungen und Techniken, die nachhaltig erdend wirken und damit die Basis legen, sich in der Welt verwurzelt und geborgen zu fühlen. In Zeiten von starken Reizüberflutungen ist es mit zunehmender Übung immer leichter, sich zu erden und dem zarten Nervensystem Ruhe zu schenken. Ein „Nestbau für die Seele“ ist nach einer Seelenteilrückholung eine wundervolle Möglichkeit, sich intensiver mit den eigenen Gaben und Fähigkeiten zu beschäftigen und wird insbesondere hochsensiblen Menschen dabei helfen, ihre viel zu oft als „Fluch“ empfundene Gabe schätzen zu lernen und zu umarmen. Diese Nachsorge ist oftmals genau das, das sensiblen Menschen besonders in der Zeit des Heranwachsens in einer lauten Welt gefehlt hat: liebevolle Zuwendung und Geborgenheit. In einem achtsam gestalteten Nest und tief verwurzelt mit der Erde kann ein hochsensibles Wesen entspannt durchatmen und seinen überaktiven Sinnen eine erholsame Pause schenken.
Auf diese Weise wird die herausfordernde und mitunter eher leidbringende Seite der Hochsensibilität zumindest abgemildert, während die grundsätzliche Empfindsamkeit weiterhin als Gabe verstanden wird, die in dieser Welt wunderbare Dienste leisten kann. Eine Gabe, die anderen Menschen hilfreich zur Seite stehen kann, indem sie mitfühlt – und nicht immer mitleiden muss.

© Jennie Appel


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Mittwoch, 8. Oktober 2014

Entspannte Wochenmitte: Mehr als 17.000 Fühlkörperchen

... wohnen der Haut unserer Hände inne. Sie registrieren jedes Streicheln, Zwicken, Drücken. Fast rund um die Uhr werden unsere Hände gebraucht, halten sozusagen allerhand aus und erweisen uns tagein tagaus so große Dienste. Die Haut der Hände ist größtenteils sehr dünn und besitzt nur wenige Talgdrüsen, die mit schützenden Fetten versorgen könnten. Sanftes Kneten der Finger fördert die gesamte Durchblutung und dies fördert die Regeneration der Hautzellen. Jetzt im Herbst und auch im Winter wechseln sich Kälte, warme Heizungsluft und vielerlei weitere Einflüsse ab und mit wenig Aufwand können wir uns in dieser Zeit viel Gutes tun.



Bei einer Handmassage wird der sanfte Reiz an unser Gehirn weitergeleitet und direkt werden Wohlfühlhormone ausgeschüttet. Ein angenehmer Massageölduft kann zusätzlich entspannen und Stress verschwinden lassen.

In diesen Momenten einfach mal NICHTS TUN und einfach nur loslassen, woran immer man gerade arbeitet und was immer man gerade "eigentlich anpacken" müsste...

Mittwoch, 24. September 2014

Entspannte Wochenmitte: Yoga Massage

Passive, entspannende Yoga-Stretches, eine Massage der Energie-Linien (Sen-Lines), in Kombination mit liebender Güte (Metta) und Meditation?
Nuad Phaen Boran (bedeutet soviel wie "uralte heilsame Berührung) vereint dies alles auf sehr achtsame und präsente Weise. Die sanften Yoga-Bewegungen werden mit einer die Muskeln lockernden und die Gewebeschichten durchdringenden Massage zu einem tiefgründigen Heilsystem verwoben. Man sagt, eine Massage hinterlässt das Gefühl genährt, entspannt und voller Energie zu sein.

Warum sollte man sich diese alte Heilweise einmal gönnen?

Angelehnt an Ayurveda (die "Wissenschaft vom Leben") läuft durch unserem Körper ein umfangreiches Netzwerk von Energielinien. Durch das Dehnen und die Massage der Energielinien werden Verspannungen im Körper gelöst. Bekommt die Energie so die Erlaubnis freier und gelöster zu fließen, kann diese Massage körperliche Verfassungen wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Arthritis, Verdauungs- oder Menstruationsprobleme und ganz generell stressbedingte Symptome mildern. Ein tiefer Entspannungszustand kann unsere Balance wiederherstellen und zu mehr Wohlbefinden verhelfen.
Die Ursprünge können ca. 2500 Jahre nach Indien und in Zusammenhang mit der Ausbreitung des Buddhismus zurückverfolgt werden. Der Gründervater Jivaka Kumarbhaccha war ein verehrter Yogi und Doktor des Ayurveda. Grundgedanke war und ist ein harmonisches Leben. Es heißt, dass regelmäßige Anwendungen bis ins hohe Alter beweglich halten - geistig wie körperlich.

2 kleine Videos als "Teaser":

Impressionen
Achtsamkeit und Mitgefühl in physischer Form

Sonntag, 30. März 2014

Der wichtigste Mensch Ihres Lebens...

Auch, wenn wir um Dinge wissen, die unsere Seele nähren, uns entspannen, uns erfreuen und uns einfach gut tun, so widmen wir diesen Dingen oft viel zu wenig Zeit oder tun sie gar nicht... Haben Sie sich jemals gefragt warum?
Ich glaube, es gibt eine Vielzahl von Gründen, doch ich glaube, dass einer der wichtigsten Gründe ist: wir benötigen einen heiligen Ort, eine Zeit, die uns Raum verschafft, all die Dinge zu tun, die wir lieben. Wir alle sind kreative Geschöpfe, die zu schätzen wissen, wie sehr uns Zeit und Energie nährt und auftanken lässt, die wir einzig und allein uns selbst widmen - und dennoch gönnen wir uns diesen Luxus viel zu selten. 

Erinnern Sie sich heute einmal daran, dass der wichtigste Mensch in ihrem Leben Sie selbst sind! Niemand wird Ihnen jemals näher stehen. Je zufriedener Sie sind, desto wärmer wird ihr Umfeld, ihr Zuhause, ihr ganzes Leben und somit auch die Menschen um Sie herum. 
Stellen Sie sicher, dass Sie in Ihrem Leben genug Raum für sich selbst haben, in der Sie genau das tun können, das Ihre Seele nährt, ihr Herz höher schlagen lässt und Ihr Gesicht zum Strahlen bringt!

Foto: Julia Knöchel - Mensch und Tier im Fokus

"Es ist das Recht jedes Einzelnen, sich seiner eigenen Wünsche und Ziele, seiner wahren Bedürfnisse und Freuden bewusst zu werden und sie sich an jedem Tag zu erfüllen. Damit er sich nicht eines Tages sagen muss: Ich habe gelebt, aber es war nicht mein Leben." 
(Josef Kirschner)


Vielleicht müssen Sie gar nicht viel verändern, vielleicht reicht eine Kleinigkeit oder ein offenes Gespräch mit Ihren Familienmitgliedern. Manches ist so viel leichter zu realisieren, als man denkt...

Donnerstag, 20. März 2014

Wissenschaftliche Studie zu Hochsensibilität

Hochsensible Menschen zur Teilnahme an empirischer Studie gesucht

Der Begriff und Terminus "Hochsensibilität" (und die damit möglicherweise auch verbundene "Langzeitüberreizung") hat, zumindest in Europa, noch vor erst relativ kurzer Zeit den Sprung in die Wissenschaftswelt geschafft und ist bisher nicht umfassend wissenschaftlich relevant erforscht. 
Als hochsensible Menschen können wir nun unseren Beitrag leisten, um die Erforschung des Phänomens "Hochsensibilität" zu unterstützen und mithelfen, diesem Thema eine größere Beachtung zu schenken und vielleicht auch ein tieferes Verständnis und zu erwirken. Der Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e.V. ruft zur ersten umfassenden empirischen Studie auf.
Hier gelangen Sie zur Veröffentlichung auf der website von Hochsensibilität e.V.:
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WISSENSCHAFT: PROBANDEN GESUCHT 

Für ein Dissertationsprojekt zum Thema Hochsensibilität im Fachbereich Persönlichkeitspsychologie an der Universität der Bundeswehr in Hamburg werden Probanden gesucht.

Im Folgenden dokumentieren wir das entsprechende vereinsinterne Rundschreiben; auch Nichtmitglieder des Vereins sind natürlich herzlich eingeladen, an den Studien teilzunehmen!

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Vielleicht nehmen Sie sich einfach die Zeit und tun damit etwas zum Wohle und Wachstum aller Hochsensiblen?

Bin ich hochsensibel? - Hier ein Test im Netz

Donnerstag, 27. Februar 2014

Hochsensible Eltern


3 Fragen über hochsensible Elternschaft
Susan Marletta-Hart im Kurz-Interview mit Jennie Appel


Welche Herausforderungen und welche Geschenke gehen für Hochsensible mit der Elternschaft einher?

Susan Marletta-Hart:
Zur ersten Frage möchte ich hervorheben, dass Elternschaft grundsätzlich immer eine sehr herausfordernde Situation für hochsensible Eltern ist. Mütter und Väter, die ein gutes Netzwerk haben und ihre Kinder regelmäßig in die sichere Obhut liebevoller Großeltern oder Freunde oder eine Krippe bringen können, haben es leichter. Je größer und selbstverständlicher das Umfeld von Betreuern ist, desto einfacher haben es die hochsensiblen Eltern in der Regel. Natürlich darf es dann keine Streitereien oder große Uneinigkeit geben, die wiederum belasten würde.
Kinder großzuziehen ist für sensible Eltern um einiges schwerer als für nicht oder weniger Sensible. Der Vater kann sich oftmals leichter zurückziehen, die Mutter eher wenig. Es kostet eine unglaubliche Menge Kraft, Energie und Ausdauer  - vor allem während den ersten Jahren - und die meisten sensiblen Menschen unterschätzen dies und haben diese Kraft und Energie nicht. Rein zeitlich ist das Großziehen schon schwer, wenn dann noch Krankheiten, problematisches Verhalten, Familienprobleme usw. dazu kommen, ist die Belastung oft in einem ungesunden Bereich. Hochsensible müssen sich wirklich regelmäßig zurückziehen, in Stille sein oder etwas allein unternehmen um sich in der eigenen Haut (und im eigenen Haus) wohlzufühlen. 
Die Gesellschaft stellt zusätzliche Herausforderungen an die Eltern und übt einen gewissen Druck aus: Wie sie sich zu verhalten haben, was richtig und angemessen ist und wie „toll“ das Familienleben sein sollte. Hier entstehen hohe Erwartungen und hohe Ansprüche an den „Familienbetrieb“. Das ist natürlich überall so, aber bei hochsensiblen Menschen wird das schnell zu einen Problem. Unter einem ''glücklichen Familienleben''  versteht man tolle Wochenendausflüge, tolle Kinderzimmer, deswegen genug Geld, das heißt Fürsorge & Arbeit kombinieren, nebenbei möchte man auch noch den Freundeskreis, Sport und Hobbys pflegen. Das ist für jede Mutter/Vater eigentlich überfordernd, aber für eine hochsensible Person, die sich gerne mit anderen vergleicht und oft ein niedriges Selbstwertgefühl hat, ist dieser Lebensstil weit entfernt von der Realität. 

Wenn Eltern leiden, so übernehmen dies leider meistens auch die Kinder. Deswegen ist bewusstes Handeln, bewusst die eigenen Grenzen spüren und auch setzen das A und O der hochsensiblen Elternschaft. Das heißt, den Mut zu haben, sich selbst nicht mit anderen zu vergleichen, sondern sich umso mehr gut selbst zu kennen und zu akzeptieren. Dafür braucht es oft einen Lern- & Transformationsprozess, da HSP oft alten Schmerzen und Traumata in eine Beziehung mitbringen.

Die schöne Seite steckt aber oft im Genießen von einfachen kleinen Sachen und den innigen Verhältnissen zwischen Eltern und Kindern. Wenn sensible Eltern nicht aus ihren Verletzungen heraus agieren, sondern aus ihrer Stärke, sind sie durchaus sehr verständnisvolle, einfühlende und liebevolle Eltern. Und wenn die Eltern ihren persönlichen Lebensstil und ihr Lebensglück/ihre Lebensaufgabe gefunden haben und aus diesem Glück und dieser Fülle heraus erziehen, genießen die Kinder oft sehr inspirierende, selbstbewusste Vorbilder. Diese Eltern verstehen, dass Glück mit der Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit einhergeht und motivieren ihre Kinder, eigene Antworten zu formulieren und den eigenen Lebensweg voller Stolz und Eigenliebe zu finden. Sie verstehen, dass Freude der Weg ist, und dass es keinen vorbestimmten Weg zur Freude gibt. Sie geben ihren Kindern die Chance, Fehler zu machen und daraus zu lernen, und verstehen, dass Heranwachsen immer ein transformierender Pfad ist. Sie wissen mit ganzem Herzen, dass man Kindern nichts vormachen und man Kinder nicht zurückhalten sollte. Dass Kinder einfach reine Seelen sind, die sich ihre Eltern ausgewählt haben und nicht umgekehrt.


2. Wie wirkt sich das bereits in der Schwangerschaft auf eine hochsensible Frau aus?
Susan Marletta-Hart:
Die Schwangerschaft kann eine sehr freudige Zeit sein, in welcher die Mutter und der Vater spüren dürfen, wie eine Seele inkarniert. Wenn keine beschwerenden Komplikationen vorhanden sind, wird das Warten zu einem wunderbaren Herantasten und Kennenlernen. Doch es kommt auch eine dritte Person in die Paarbeziehung hinein und stellt alles, was bisher bekannt war, auf den Kopf. Die Eltern sollten diese spirituelle Veränderung nicht unterschätzen. Die Vorbereitungszeit ist bei weitem nicht nur das Kaufen von Babysachen und Besuchen von Ärzten. Ein dritter – seelischer - Aspekt kommt dazu, und für das wachsende Bewusstsein braucht man diese neunmonatige Zeit durchaus. Nach der Geburt ist die Paarbeziehung nie mehr wie zuvor und wird es wohl auch nicht mehr sein. Die Frau wird sich zum ersten Mal ihrer Mitte, ihres Schoßes und der Kraft ihres Haras bewusst. Sie entwickelt, wenn alles gut verläuft, ein sehr kräftiges auf den Körper und die eigene Mitte orientiertes Da-Sein. Sie spürt die Energie der Erde, die nährende, ruhende, unterstützende Energie des Weiblichen. Die Mutter findet auch eine neue große Liebe und der Vater sollte sich dafür bereitmachen. Zudem hat er noch eine andere wichtige Aufgabe: nämlich den Kinder die Welt zu erklären und später seinen Sohn beim Übergang in das Erwachsensein zu begleiten. Wir im Westen haben diese Aufgabe der Väter und Männer fast vergessen und Jungs (genauso wie Mädchen) sind deswegen oft verwirrt und desorientiert. Die Welt ist heute äußerst komplex, Jungs brauchen eine sehr klare Orientierung, was sie später dürfen, sollen und besser lassen. Eine moralische Vorbereitung auf das Erwachsensein war traditionell vor allem eine Aufgabe der Männer.



3. Welchen Tipp hast du für die Wahrung der Grenzen und der Erschaffung eines eigenen Raumes, wenn Kinder Aufmerksamkeit „einfordern“? Wie kann dies gesund gelingen - ohne die Kinder vor den Kopf zu stoßen und gleichzeitig ohne selbst auszubrennen?

Susan Marletta-Hart:
Ich habe natürlich viele Tipps, aber der Tipp, der mir am meisten am Herzen liegt, ist, dass hochsensible Eltern sich oft ungenügend bewusst sind, wie sehr sie mit ihren Kindern energetisch verbunden sind. Es heißt, es gibt so etwas wie (unsichtbare) verbindende Fäden und diese Fäden haben große Auswirkungen auf das heranwachsende Kind. Ist die Mutter schlecht gelaunt, wird das Kind unsicher oder schlecht gelaunt sein. Ist die Mutter ängstlich, wird das Kind Angst spüren, ist die Mutter hart, begegnet sie auch der Härte ihrer Kinder.
Wenn Mütter erschöpft ist, sind die Kinder oft quengelig oder herausfordernd. Hochsensible Eltern sind oft erschöpft – die Mutter (der Vater) sollte so früh wie möglich Zeit und Raum für sich selber einräumen und ganz selbstverständlich beanspruchen. Ich habe mit Eltern gesprochen, die mir sagten: ''Ich kann Mittags nicht ausruhen, weil mein Kind nicht schläft.'' Das ist kein Argument, eher eine falsche Sichtweise. Das Kind kann schon im Kleinkindalter verstehen (lernen), dass Mama eine Stunde Ruhe braucht. Das Kind kann ab etwa 2 Jahren durchaus der Mutter (oder dem Vater) Ruhe gönnen. Der Fehler liegt oft darin, dass wir als Erwachsene das nicht glauben bzw. ihnen nicht zutrauen.
Vergleichen Sie es mit dem Autofahren. Darf ein Kind während des Autofahrens die Mutter beanspruchen und ablenken? Nein. So kann man auch zu Hause diese Auszeit verlangen. Hochsensible Eltern müssen lernen sich durchzusetzen. Das heißt aber ohne Emotionen Raum für sich beanspruchen. Man braucht sich nicht als Opfer zu fühlen oder wütend zu werden. Leider passiert genau das noch viel zu oft.
Zuletzt möchte ich noch erwähnen, dass das Einschlafen auch von (unsichtbaren) energetischen Fäden beeinflusst wird. Man lässt das Kind in seinen Armen einschlafen, oder legt sich neben dem Kind zur Ruhe, aber wenn man es dann hinlegt oder aufsteht, erwacht es oft sofort. Wenn die Mutter, der Vater oder Betreuer sich auf energetischer Ebene von dem Kind trennt, wird es viel leichter für das Kind. Es erhält klare, eindeutige Zeichen über die kurze ''Trennung'' und kann ruhig einschlafen. Wenn aber die Mutter oder  der Vater mit seiner energetischen Aufmerksamkeit noch beim Kind ist, spürt das Kind die Verbindung und bleibt wach.

Liebe Susan, danke für das Gespräch!

Dienstag, 7. Mai 2013

Erdung und Heilung durch Yoga




Den Geist zur Ruhe kommen lassen, Raum zwischen seinen Gedanken und Handlungen schaffen; feinfühliger, weicher und geschmeidiger werden; geduldig mit sich selbst sein und in jeder Situation Vergebung finden; im Fluss bleiben; eine positive Ausstrahlung haben; mit sich selbst verbunden sein; jederzeit genug Raum in sich für eine tiefe Atmung haben; sich hingeben können und achtsam sein...
... dies sind Wünsche und Ziele von vielen Menschen und all dies (und so vieles mehr) wird von Elena Brower und Erica Jago in einem kunstvollen Yoga-Praxisbuch in Verbindung mit Asanas verwoben. "Die Kunst der Aufmerksamkeit" begleitet den Übenden durch liebevoll zusammengestellte Übungssequenzen, die jeweils auf ein zentrales Thema abgestimmt sind. Mit kurzen Momentaufnahmen zwischendurch, wie




Wie geht es dir mit dir selbst?


Bist du für dich da?







"Yoga hilft uns, Dinge zu erkennen und neu zusammenzusetzen." (Elena Brower)

Für alle hochsensiblen Personen (HSP)
Yoga hilft hochsensiblen Menschen, in ihrer Körperlichkeit geerdet und verankert zu sein und dies auch zu bleiben, wenn sie von den Reizen der äußeren Welt überflutet werden. Das verbesserte Körpergefühl und die beständige Achtsamkeit mit sich selbst hilft dem hochsensiblen Menschen, immer wieder klar zu unterscheiden, wo er selbst endet und z.B. der andere Mensch mit seinen Gefühlen beginnt. Diese Wahrnehmung ist der erste Schritt, um drohende Reizüberflutungen im Keim zu ersticken und wird durch die Stille des Geistes während der Meditation auf den Atem innerhalb der Übungsfolgen wunderbar gestärkt.


 "Mögen diese Seqenzen dich daran erinnern, dass die Liebe zu dir selbst das einzige Gebet und die wichtigste Übung ist." 
(Elena Brower & Erica Jago)



Dieses Buch ist ein Kunstwerk mit vielen ästhetischen Bildern und spirituellen Anregungen für eine nährende Praxis und ein stetiges Wachsen und Lernen, immer mit Geduld und Achtsamkeit mit sich selbst.

Bei mehr Interesse, hier meine Rezension zu diesem Buch:
http://www.amazon.de/Kunst-Aufmerksamkeit-Yogapraxisbuch-Elena-Brower/dp/3899016181/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1368114809&sr=8-1&keywords=kunst+der+aufmerksamkeit
"Yoga bringt dich zurück zu dir selbst - und dort liegt alles, was gut für dich ist." 
(Tara Stiles)



http://bc01.rp-online.de/polopoly_fs/1.3251842.1363086474!/httpImage/1301261223.jpg_gen/derivatives/rpo32_457/1301261223.jpg
Auch im neuen Buch der "Yoga-Rebellin", wie Tara Stiles genannt wird, sind schöne Denkanstöße vorhanden und eine unaufdringliche Spiritualität ist zwischen den Zeilen sichtbar. Sie bezeichnet Yoga als ultimatives Selbststudium und Einssein. Dieses Buch ist völlig anders aufgebaut, wenngleich auch hier eine Empfehlung für bestimmte Asanas zu bestimmten Themen gegeben wird - hier geht es hauptsächlich um den Körper und passende kurze Übungsabfolgen zu verschiedenen Krankheiten und Symptomen (z.B. Depression, Fibromyalgie, Migräne, Diabetes, aber auch Angsthasen- oder Couch-Potato-Syndrom, Aufschieberitis und Cellulitis).


"Wenn wir auf die Welt kommen, stecken wir voller Rohpotenzial. Wir können unser Leben damit verbringen, dieses Potenzial zu verleugnen und uns hinter Hemmungen und Ängsten zu verstecken. Oder wir stellen uns der Aufgabe, unsere Individualität zu kultivieren, unsere Talente zu entwickeln und zu sehen, was wir aus uns selbst machen können." 
(Tara Stiles)

Diesem Zitat kann ich mich voll und ganz anschließen und wünsche uns allen, dass Hemmungen und Ängste sich verkleinern und unsere Talente immer weiter wachsen dürfen - ob mit oder ohne Yoga! ;-)

Samstag, 30. März 2013

Was ist Hochsensibilität?

Mit freundlicher Genehmigung von Tattva Viveka teile ich heute aufgrund des hohen Interesses an diesem Thema einen Ausschnitt eines Artikels aus der gleichnamigen Zeitschrift (Ausgabe Nr. 54).
Ich bin sicher, er wird Menschen eine große Hilfe sein, die noch nicht wissen, dass sie als hochsensibel oder "HSP" gelten und auch jenen gut gefallen, die bereits (hoffentlich sehr fröhlich) mit dieser Gabe leben. Viel Freude beim Lesen!

 

Hochsensibilität. Was ist das?


Von Menschen, die empfindsamer sind als andere

Autor: Jutta Nebel
Kategorie: Psychologie
Ausgabe Nr: 54
 
Hochsensibilität ist ein Phänomen, das sich erst seit einigen Jahren eines weiteren Bekanntheitsgrades erfreuen kann. Die Aufklärung hilft »Betroffenen« und nicht »Betroffenen« einen besseren Umgang mit diesem Konstitutionsmerkmal zu finden. Das vegetative Nervensystem von Hochsensiblen hat nicht die Filter wie bei Normal-Sensiblen und ist folglich schneller überreizt. Die Autorin führt in die Vor- und Nachteile der Hochsensibilität ein.


Der Begriff Hochsensible ist die Übersetzung des von der amerikanischen Psychologin Elaine Aron geprägten Begriffs: Highly Sensitive Person. Eigentlich bedeutet es wörtlich übersetzt: In hohem Maße wahrnehmende Person. Und das trifft es auch. Hochsensible nehmen wahr, auf allen Ebenen, mit allen Sinnen, im Außen die Gefühle und Empfindungen ihrer Mitmenschen und innerlich die eigenen. Sie erleben diese Wahrnehmungen sehr stark, sehr intensiv. Alle diese Wahrnehmungen sind mit ihren Gefühls- und Persönlichkeitszentren im Gehirn gekoppelt und lösen dort starke Kaskaden von Neurotransmittern aus. Das ermöglicht höchst intensive Erfahrungen, die weit über das hinausgehen, was weniger sensible, oder besser, weniger empfindsame Menschen erleben können. Da wird entspannende klassische Musik zu einer inneren Reise in geheimnisvoll fließende Gefilde, rauschende Wälder, man kann den Duft der Blätter riechen, die man im Vorbeiträumen streift, das Rauschen des Wassers nicht nur hören, sondern auch als kühles Strömen fühlen und man spürt den Flügelschlag der Vögel als Luftzug am Ohr usw.

Hochsensible nehmen wahr, auf allen Ebenen, mit allen Sinnen, im Außen die Gefühle und Empfindungen ihrer Mitmenschen und innerlich die eigenen.

Nicht jeder Mensch ist Klassik Fan und dasselbe gilt auch für Hochsensible. Ich persönlich genieße von Zeit zu Zeit besonders die rhythmisch hämmernden Töne der Gruppe STOMP als Video Aufnahme. Das Schlagen der verschiedenen Alltagsgegenstände und die eingebauten Tanz- und Spielszenen lassen mich einsteigen, ich bin dann dabei, mache mit und mein Herz klopft in den wechselnden Rhythmen, Gänsehaut fährt über meinen Körper, Glücksgefühle überrollen mich und ich fühle mich ungemein lebendig.
Wie der Leser ja jetzt schon sehen kann, sprechen nicht bei jedem Hochsensiblen stets die gleichen Sinne gleich stark an. Manche Hochsensiblen haben das absolute Gehör! Das heißt, sie hören ein Musikstück zum ersten Mal und merken sofort, wo ein Ton daneben liegt. Andere wiederum haben den Schwerpunkt in der visuellen Wahrnehmung. Sie können beim Sehen, Betrachten eines Bildes ähnlich bewusstseinsveränderte Zustände erleben, wie oben beim Hören von Musik beschrieben. Sie können absolute Stimmungsschwankungen erfahren, beim abwechselnden Betrachten von Bildern.
Es hat nichts mit Pingeligkeit zu tun, wenn ein Mensch mit einem überreizten Tastsinn auf ein Etikett in seinem Kleidungsstück reagiert, oder bei bestimmten Materialien mit einer Gänsehaut reagiert. Es ist diese erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit, die auch sehr anstrengend werden kann. Da werden zum Beispiel im Zusammenhang mit Kleiderstoffen die Informationen: Etikett kratzt im Nacken, oder der Hosenstoff fühlt sich unangenehm kühl an, oder der Pulli kratzt ständig, fast schon im Stakkato an das Gehirn übermittelt. Eine normal-sensible Person, oder deren Unterbewusstsein nimmt das nach einiger Zeit gar nicht mehr wahr. Man sagt, sie gewöhnt sich daran, was bedeutet, dass der Reiz vom Nervensystem ausgefiltert wird. Bei Hochsensiblen funktioniert dieses Ausfiltern weniger gut und die Reize addieren sich.



Das Resultat ist eine Überreizung, die sich auf Dauer zeigt in nervösen Reaktionen, Kopfschmerzen, Ermüdungserscheinungen, alles wird zu viel. Solche Situationen führen meist erst einmal zum Rückzug. Man versucht, sich zu erholen und hofft, dass das nicht wieder vorkommt. Als hochsensibler Mensch hat man solche Situationen ja schon oft erlebt. Weiß man von seiner Besonderheit, kann man lernen, damit umzugehen. Weiß man es nicht und hat sich schon immer als weniger belastbar empfunden, als es andere sind, gerät man wieder in das alte Gedankenkarussell: Warum nur? Warum kann ich nicht mehr leisten? Andere können so viel mehr als ich erledigen und sind danach noch fit und gehen ins Kino oder zum Kegeln. Ich bin für andere doch nur lästig, bin der Spielverderber.
Solche Gedanken sind der beste Garant, dass sich die Übererregung noch verstärkt, denn das vegetative Nervensystem ist gekoppelt mit den Bereichen Thalamus, Hypothalamus und dem limbischen System im Gehirn, die die Reize und Gefühle aufnehmen und akkumulieren, weil sie nicht ausgefiltert werden. Das vegetative Nervensystem versorgt und steuert alle Organe und damit die unbewussten Tätigkeiten im Körper, wie die Verdauung, den Herzschlag, die Atmung. Wird also das vegetative Nervensystem zu oft gereizt und damit überstimuliert, gibt es Impulse an diese Organsysteme ab, was dazu führen kann, dass sie aus dem Takt geraten und dass dadurch psychosomatische Störungen entstehen.

Bei Hochsensiblen funktioniert dieses Ausfiltern weniger gut und die Reize addieren sich.

Hochsensible sind Spezialisten für solche meist selbstkritischen Gedanken, weil sie sich oft als weniger funktionsfähig als andere erleben. Sie bedenken dabei leider nicht, dass sie aber auch eine wunderbare Begabung, ein Geschenk haben, mit ihrem intensiven Erleben, um das sie mancher weniger sensible Mensch beneiden würde, könnte man ihm das fühl- und sichtbar machen, was er normalerweise so nicht wahrnehmen kann.
Hochsensible haben für gewöhnlich einen ausgeprägten Sinn für Zusammenhänge, je nach bevorzugtem Lebens- und Arbeitsbereich. Techniker sehen und erkennen Möglichkeiten, die sich andere noch lange nicht vorstellen können, weil ihr Gehirn ihnen alle wahrgenommenen Einzelfaktoren und Komponenten zusammenrechnet zu einem unvorhersehbaren Ganzen mit völlig neuen Möglichkeiten. Wer sich als Therapeut betätigt, der nimmt Bewegung wahr, Aussehen, Geruch, Ausdruck, hört die Stimme, den Atem und erspürt die Aussage hinter der Aussage. Er bekommt von seinem Gehirn ziemlich schnell eine Idee darüber geliefert, man kann es auch Intuition nennen, welches Problem den Menschen ihm gegenüber zu ihm geführt hat.
Der Verkäufer spürt mit allen seinen Sinnen, was sein Kunde will und wie er diesen zufrieden stellen kann – und sich damit auch. [...]

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Dienstag, 19. Februar 2013

Was ist MBSR?

Mir wurde kürzlich ein MBSR-Kurs empfohlen und inzwischen praktizieren wir in partnerschaftlicher Kommunikation und im regen Austausch mit Freunden nun in der 3. Woche des 8-wöchigen Kurses Achtsamkeit. Gerade in Bezug auf die achtsame Wahrnehmung der eigenen Grenzen und der gelegentlichen "Gefahr der Überflutung" für hochsensible Menschen, möchte ich heute ein ganz besonderes Buch-CD-Set empfehlen und erlaube mir (mit freundlicher Genehmigung von Maren Schneider), die Worte der Autorin selbst zu nutzen, da ich keine besseren dafür finden kann.
Die beiliegenden CDs unterstützen auf liebevolle Weise und sind so pur, dass sie die Wahrnehmung schulen, unterstützen und jederzeit ermutigen - danke für die klaren, wertschätzenden Worte! Wer keine Möglichkeit hat, an einem Gruppenangebot teilzunehmen, dem sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt. Wir freuen uns auf die kommenden Wochen schon sehr!
Hochsensible Menschen können durch diese Praxis eine erhöhte emotionale Stabilität gewinnen, ohne diese Begabung verneinen zu müssen.

Auszug aus der Einleitung des Buches "Stressfrei durch Meditation" von Maren Schneider:

Vor gut dreißig Jahren entwickelten in den USA die Professoren Jon Kabat-Zinn und Saki Santorelli mit Kollegen aus dem klinischen Alltag ein achtwöchiges Stressbewältigungs-Programm Mindfulness Based Stress Reduction (abgekürzt MBSR), zu deutsch: Stressbewältigung durch Achtsamkeit, das auf der Schulung von Achtsamkeit, Meditation und Yoga basiert. Dieses Programm wurde speziell für Patienten entwickelt, die unter starker Belastung stehen, unter Schmerzen oder schweren chronischen Erkrankungen leiden, sowie für Menschen, die Stress (beruflich und/oder privat) oder gar einen Burnout erleben.
Es ist ein systematisches, alltagsbezogenes Training und beinhaltet eine Reihe formaler wie informeller Übungen. Sie zielen darauf ab, dass die Teilnehmer
·         wieder mit sich selbst in Kontakt kommen,
·         aus Grübelketten, Dramatisierungs- und emotionale Aufschaukelungsprozesse aussteigen lernen und mehr Bewusstheit, emotionale Stabilität, Konzentration und Präsenz erlangen,
·         die Ursachen von Belastungen, ihre persönlichen Stress-Reaktions-Muster und -Symptome erkennen und sich Fähigkeiten aneignen, die es ihnen ermöglichen, mit den vielfältigen und oft nicht vorhersehbaren Herausforderungen des Lebens angemessen umzugehen,
·         neue Perspektiven, Erkenntnisse, Wege und Handlungsalternativen entdecken, die es ihnen ermöglichen, ihr Leben langfristig zufriedener, gesünder, entspannter und sinnerfüllter gestalten.

Hauptsächlich richtet sich das MBSR-Programm an Personen, die Belastungen, Stress und Erschöpfung erleben. Dabei ist es ganz gleich ob diese sich aufgrund
·        hoher Arbeitsbelastung, Doppel- und Mehrfachbelastungen, Arbeitsplatzverlust oder Langzeit-Arbeitslosigkeit,
·        familiärer Probleme, Beziehungs-Schwierigkeiten, Trennungen
·        chronischer Schmerzen, oder einer schweren und vielleicht langwierigen oder gar tödlichen Erkankung wie Krebs
entwickelt haben.
Ebenso ist es ein sehr strukturiertes Programm, das Leben heilsam zu gestalten und erprobte Methoden zu Selbsterforschung zu erlernen. Ebenso bietet es sich als heilsame und praktikable Ergänzung zu einer psychotherapeutischen oder medizinischen Behandlung und wird begleitend bei psychosomatischen Erkrankungen wie Tinnitus, Herz-Kreislauf-, Schlaf- sowie Magen-Darm-Störungen, Angst und nervösen Unruhezuständen eingesetzt.

Das Programm ist in den letzten dreißig Jahren bestens erforscht worden und zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen seine erstaunlich breite Anwendbarkeit und große Effektivität[1]. MBSR wird in den USA nunmehr seit vielen Jahren in zahlreichen Kliniken und Gesundheitszentren angewendet. Mittlerweile erfreut es sich auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz wachsender Beliebtheit und wird im klinischen Rahmen z. B. in Krankenhäusern, Kur- und Rehakliniken, aber auch in Bildungseinrichtungen, Gesundheits- und Management-Trainings, Coachings und Psychotherapien eingesetzt.

Das MBSR-Programm beinhaltet:
·         Eine intensive Schulung der eigenen Achtsamkeit, Präsenz und Selbstwahrnehmung Moment für Moment, durch formale Achtsamkeitsübungen wie Body-Scan, Meditation und Yoga sowie durch Übungen und Selbstbeobachtungsübungen im Alltag.
·         Die Vermittlung von Stresstheorie, Bewusstwerdung persönlicher Stressmuster sowie Anregung, Reflektion und Entwicklung eines heilsamen Umgangs mit Stress/Belastungen.
·         Das Erlernen eines konstruktiven Umgangs mit schwierigen Emotionen.
·         Anregung und Reflektion zu einem heilsamen und förderlichen Kommunikations-Verhalten.
·         Entwicklung einer verantwortungsvollen, bewussten, fürsorglichen und gesundheitsfördernden inneren Haltung und Lebensführung.
·         Anleitung zur Gestaltung der Übungspraxis und deren Integration in den Alltag.
                       
Ursprung
Das Konzept der Achtsamkeit wurde ursprünglich im Rahmen des Buddhismus entwickelt. Bei MBSR geht es aber nicht um religiöse oder spirituelle Inhalte. Achtsamkeit wird hier vor einem wissenschaftlich begründbaren Hintergrund vermittelt als ein Übungsprogramm, das seine Effektivität nur aufgrund der persönlichen täglichen Übungspraxis entfaltet.

Werkzeuge
Die Kernübungen oder auch die Werkzeuge des Programms sind die sogenannten formalen Übungen wie Atemmeditation, Achtsamkeits-Yoga und eine Körpermeditation, genannt Body-Scan. Diese Übungen werden ergänzt durch informelle Übungen für den Alltag, wie Selbstbeobachtungsübungen oder achtsam durchzuführende alltägliche Tätigkeiten. Durch diese Kombination trainieren die Teilnehmer ihre geistigen Fähigkeiten, unabgelenkt präsent im Hier und Jetzt zu verweilen, Stressprozesse zu erkennen,  Körpersignale als Stress- und Stimmungsbarometer wahrzunehmen, eingefahrene Autopilot-Reaktionsmuster aufzugeben und schließlich aus einer bewussten inneren Haltung heraus das eigene Leben zu gestalten. Darüber hinaus werden auch ergänzend zur Übungspraxis theoretische Inhalte vermittelt.

Wozu ein Training?
Das Zusammenspiel der formalen und informellen Übungen vergleiche ich gerne mit einem Konditionstraining: Will ich meine Alltagskondition verbessern, kann ich damit beginnen, mehr zu Fuß zu gehen und die Treppen statt den Aufzug zu nutzen. Das mag zu leichten Verbesserungen führen. Doch bin ich konditionell gänzlich untrainiert, kann es sein, dass ich das Treppensteigen schnell wieder sein lasse, da ich es als sehr anstrengend empfinde und doch lieber den Fahrstuhl nehme, um nicht vollkommen verschwitzt und außer Atem zum nächsten Termin zu kommen. Beginne ich allerdings mit einem regelmäßigen Walking- oder Jogging-Training, werde ich schnell merken, dass es mir nach einiger Zeit wesentlich leichter fällt, auch zwischendurch mal schnell die Treppen zu nehmen statt den Aufzug. Das formale Training, für das ich mir Zeit einräume, unterstützt und erleichtert das informelle Training im Alltag und umgekehrt.
Genauso verhält es sich auch mit dem Training der Achtsamkeit. Das formale Training auf Ihrer Yogamatte oder Ihrem Meditationskissen lässt Ihr Gehirn neue Achtsamkeits-Verknüpfungen bilden, auf die Sie auch in Ihren Alltagstätigkeiten zurückgreifen können und die es Ihnen erleichtern, die Achtsamkeit auch bei den alltäglichen Herausforderungen aufrechtzuhalten. Dies kommt dann wieder Ihrer Übungspraxis auf dem Kissen oder der Matte zugute, da Sie Ihre Achtsamkeit durch das „Alltagstraining“ ebenfalls stärken. So entsteht eine geschmeidige „Gebrauchs-Achtsamkeit“, mit der Sie sich in allen Alltagssituationen vertraut machen können und die daraufhin auch in schwierigen Momenten bestens einsatzfähig ist.
Beide Bereiche, die formale und die informelle Praxis, haben ihren Sinn und ihre Bewandtnis und lassen Sie die Fähigkeit erlangen, mit den Katastrophen des Lebens umzugehen. Der Originaltitel des Buches Gesund durch Meditation, in dem Jon Kabat-Zinn das MBSR-Programm vorstellt, heißt: Full Catastrophe Living – Leben mit der vollen Katastrophe. Es ist also ein Programm, das keine paradiesischen Zustände anstrebt oder die Welt rosa anstreicht, sondern eines, das uns lehrt, mit dem zu sein, was ist, auch wenn das in unserem Leben zeitweilig Schmerz und Schwierigkeiten sind. Diese Praxis kann uns durch Stress und Krankheit, ja sogar bis in den Tod begleiten und uns unter Umständen auch den Sterbeprozess leichter durchstehen lassen.

Für wen ist dieses Buch gedacht?
Gedacht ist dieses Buch für all diejenigen, die, gerne das Programm absolvieren wollen, jedoch, aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage sind, an einem Gruppenkurs, ein Kompakt-Seminar oder an einer individuellen Einzelarbeit mit einem Lehrer, einer Lehrerin teilzunehmen. Vielleicht weil
·        Sie in einem entlegenen Gebiet leben, wo es (noch) kein entsprechendes Angebot gibt und nicht in der Lage sind weit zu fahren.
·        Ihr Gesundheitszustand oder Ihre persönlichen Umstände es Ihnen nicht erlauben das Haus zu verlassen.
·        Sie keine Betreuung für Ihre kleinen Kinder oder Ihren zu pflegenden Angehörigen haben oder
·        Ihre finanzielle Situation so angespannt ist, dass Sie kein Geld für einen Kurs oder Einzelarbeit erübrigen können.
Aber auch für diejenigen, die sich für die Teilnahme an einem MBSR-Kurs, Kompakt-Seminar oder individueller Einzelarbeit interessieren und sich gerne vorher über die Abläufe und Inhalte des Programms informieren möchten.

Geeignet für die Durchführung des Kurses mit diesem Buch sind Sie, wenn
·        es Ihnen leicht fällt sich Neues durch Selbststudium anzueignen,
·        Sie über ein hohes Maß an Disziplin verfügen,
·        Sie sich immer wieder selbst motivieren können,
·        Ihnen der gesellschaftliche Rahmen und der Austausch mit anderen Gruppenteilnehmern nicht so wichtig ist und
·        wenn Sie sich zwar gestresst, belastet und unruhig fühlen, aber ansonsten psychisch stabil sind, Ihr tägliches Leben meistern können und frei von einer akuten Depression, einer Psychose oder schweren Angststörung sind (Näheres dazu im späteren Verlauf).

Über dieses Buch
Dieses Buch bietet Ihnen einen praktisch umsetzbaren 8-Wochen-Kurs für zu Hause und beinhaltet die Unterrichtsinhalte und Materialien des MBSR-Gruppenkurses, so wie ich ihn unterrichte. Es ist so angelegt, dass Sie den Kurs damit selbständig Woche für Woche absolvieren können.
Ich möchte an dieser Stelle jedoch deutlich machen, dass es sich nicht um das „Originalprogramm“ von Jon Kabat-Zinn handelt, denn ich bin nicht Jon Kabat-Zinn. Die Inhalte sind geprägt von meinen Erfahrungen als Mensch, als MBSR-Lehrerin, als Übende und als Therapeutin. Dieses Buch folgt dem Kurs-Curricculum von Jon Kabat-Zinn. Es fließen aber auch Elemente ein, die mir in meiner Ausbildung zur MBSR-Lehrerin bei Dr. Linda Lehrhaupt vermittelt wurden. Außerdem habe ich mir die Freiheit herausgenommen, mir sinnvoll erscheinende Ergänzungen mit aufzunehmen wie die Atemraumpraxis aus dem mit MBSR verwandten MBCT-Programm (Mindfullness based Cognitive Therapy).
Wenn Sie das Buch Gesund durch Meditation gelesen haben, werden Sie in diesem Buch durchaus Bekanntem begegnen. Es gibt Ähnlichkeiten, ebenso aber auch andere Perspektiven, andere Anregungen als die, die Ihnen durch die Lektüre von Jon Kabat-Zinns Buch bereits vertraut sind. MBSR ist ein lebendiger Prozess und bekommt sein Gesicht durch die Menschen, die es anwenden.
MBSR basiert zum großen Teil auf der gut zweieinhalb Jahrtausende alten buddhistischen Tradition. Es ist also sehr altes Gedankengut, auf das seine Entwickler zurückgegriffen haben und auf das auch ich zurückgreife. Das Rad kann nicht neu erfunden werden. Doch keine Sorge. Dieses Gedankengut ist an die heutige Zeit angepasst, vollkommen entmystifiziert und durch neueste Hirnforschungen wissenschaftlich gut untermauert. Sie erwartet also ein pragmatisches, modernes, neurowissenschaftlich überprüfbares Übungsprogramm, frei von religiösen Inhalten und ohne einen Hauch von Räucherstäbchen-Ambiente. Sie brauchen keine Buddhastatue, keine spezielle Kleidung und Sie müssen sich auch nicht besonders heilig fühlen. Auch wenn der Ursprung der Achtsamkeit im Buddhismus liegt, so ist sie doch frei von jedweder konfessionellen Ausrichtung und religiösem Kontext praktizierbar. Meine Erfahrungen mit Teilnehmern der unterschiedlichsten Konfessionen und auch ohne religiösen oder spirituellen Hintergrund haben gezeigt, dass die Praxis der Achtsamkeit eine eigene individuelle Spiritualität fördern und vertiefen kann. Viele Menschen verspüren heute den tiefen Wunsch nach einer spirituellen Dimension in ihrem Leben und finden in der Achtsamkeit einen Weg zu einer neuen, freien Spiritualität, die jenseits festgefügter Dogmen und eines religiösen Überbaus ist – alltagsnah, nachprüfbar, authentisch. Ich halte mich in der Vermittlung dieses Übungsweges an die Lehrhaltung des Buddha: „Probieren Sie das Gesagte aus, prüfen Sie es durch Ihre eigene Praxis, und wenn Sie es für Ihr Leben als heilsam befinden, übernehmen Sie es.“


[1] Übersicht der Studien unter http://www.mindfulexperience.org