Dienstag, 4. Oktober 2011

Neu erschienen: WELL - Druidische Meditationen

An diesem Wochenende ist das neue CD Projekt von Philipp Carr-Gomm erschienen, welchem ich wieder meine Stimme leihen durfte. Volkert Volkmann und ich sprechen abwechselnd in einem ausgewogenen Verhältnis von männlicher und weiblicher Stimme. Diese druidischen Meditationen dringen viel tiefer als das erste Projekt "Wilde Weisheit Meditationen" (erschienen bei AURUM) zu den grünen Wurzeln vor und schlagen zudem zeitweise sehr poetische und zarte Töne an. Hier erleben wir unter anderem ein rezitiertes Wiegenlied aus den Highlands, die Sage der Insel Moy Mell, die Anrufung heiliger Pflanzen und somit die Welt der Ovaten, ein Gebet an die Göttin aus einem englischen Kräuterbuch des 12. Jahrhunderts und ein Gruß an den Mond aus der "Carmina Gardelica". Hier werden die Hörer eingeladen in die europäische Naturspiritualität einzutauchen.
Wer zuvor einschläft, hat ebenfalls das Ziel dieser CDs erreicht ;-) Alle Meditationen energetisieren und erfrischen uns, genauso, wie sie uns lehren aus der Quelle zu schöpfen und wieder einen tiefen erholsamen Schlaf zu finden. Jenseits aller Sorgen und jenseits des Alltages. "Well" trifft damit den Zeitgeist des Burn-Outs und einer Welt voller Eile und Erfolgsdruck voll und ganz.
Ich freue mich, dass ich wieder mit Philip und erstmals mit Volkert arbeiten durfte und ein so schönes Produkt entstanden ist - innen wie außen. DANKE

Samstag, 1. Oktober 2011

Schamanische Hochzeit * Verbindungszeremonie

Die inneren Adler verbinden
Schamanische Zeremonien für Liebende
Immer mehr Menschen erkennen die Kraft der Rituale und merken gleichzeitig, dass ihnen die konventionellen Zeremonien unserer Kirchen nicht ausreichen, um die Lebensübergänge, die ihnen wichtig sind, entsprechend zu würdigen.
Als Alternative bieten sich schamanisch inspirierte Rituale an, die alte Traditionen und neue spirituelle Wege vereinen und die Liebe eines Paares auf spiritueller Ebene feiern. Zentrales Element ist hierbei die Verbindung der Herzen bzw. Herzchakren, für die symbolisch das Krafttier Adler steht. Nach den Gelöbnissen und dem traditionellen „Handfasting“, bei dem eine weiße Handfessel durch ein festeres energetisches Band ersetzt wird, werden die inneren Adler miteinander verbunden und fliegen fortan mit einer gemeinsamen Vision Seite an Seite.
Weitere Informationen zu solchen Ritualen finden Sie z.B. hier:
www.schmetterlingsenergie.de

 Dieser kleine Text von mir ist Teil des Leitartikels "Schamanismus heute" (NewsAge, Ausgabe 4/2011). Vollständiger Artikel, siehe hier: 

http://newsage.de/2011/10/schamanismus-heute/

Dienstag, 6. September 2011

Tod und Trauer einen Platz geben

Der Psychologe Carl Rogers sagte, dass das Persönlichste zugleich das Allgemeingültigste ist. Wenn wir unsere Erfahrungen miteinander teilen, uns überhaupt mitteilen, so kann daraus jeder etwas für sich lernen und verarbeiten.
Manchmal reicht hierzu vielleicht schon das Wissen darum: „Der geht’s ja genauso wie mir!“ ... und das Gefühl mit allem allein zu sein darf weichen.
Mein Vater ist heute vor 7 Jahren ganz plötzlich durch einen Unfall in den Bergen gestorben.
Genau wie es mir und meiner Familie damals passierte, bricht in solchen Situationen die unabwendbare und unleugbare Wirklichkeit mit all ihrer Sinnlosigkeit über uns Menschen herein und kann uns damit lähmen, verschlingen, an unserem Leben zweifeln lassen.
Wenn wir einen uns nahestehenden Menschen verlieren, so wehrt sich vieles in uns gegen diese Tatsache.
Wenn wir den Sinn in den Dingen erkennen können, fällt es uns meist leichter, sie zu verstehen und zu akzeptieren. Doch alles in uns wehrt sich dagegen „Sinn“ zu erkennen, wenn ein geliebter Mensch von Krankheit gezeichnet in einem Bett liegt und nicht mehr laufen, sprechen oder gar bei Bewusstsein sein kann – wenn ein kleines Kind eine tödliche Krankheit bekommt, wenn ein Baby bereits mit einem Loch im Herzen geboren wird, wenn ein Mensch in der Blüte seines Lebens urplötzlich daraus entrissen wird...
So wie andere Menschen uns keine Entscheidungen oder schwierigen Konfrontationen abnehmen können, so können Sie uns auch keinen Sinn für diese Ereignisse geben. Dennoch können uns Gespräche mit anderen Menschen und ein Teilen der Erlebnisse oder der Sinnsuche wichtige Impulse geben oder einfach das Gefühl vermitteln nicht allein zu sein.
In meiner sehr verschwommenen und teilweise aus Erzählungen der anderen zusammengeflickten Erinnerung, habe ich über eine Woche lang geweint, geschrieen wie am Spieß, gewimmert und geflucht. Ich war sehr laut und meine Schreie sehr durchdringend. Gestoppt wurde dies nur gelegentlich von meiner Erschöpfung. Nach kurzem Schlaf erwachte ich und es begann erneut. Mein Körper war nicht in der Lage den Schmerz in sich zu halten. Es gab kein Denken mehr, nur Fühlen. Der Schmerz überwältigte mein Sein und musste hinausgeschleudert werden. Ich war nicht tapfer oder hielt den Kopf hoch. Ich konnte nicht still sein. Ich konnte mich nicht zusammenreißen. Mein Geist war nicht in der Lage mir dies einzuflüstern.
Aller Zuspruch und Versuche mich zu trösten oder meiner Trauer beschwichtigend zu begegnen, erreichten mich nicht. Trost, der in meinem Inneren Bestand haben konnte, musste für mich erlebbar, fühlbar sein.
Die mir nahestehenden Menschen haben sich über mich unterhalten, sie waren verzweifelt, weil ich mich einfach nicht beruhigen konnte. Manche glaubten, dass ich zerbrechen und es nicht schaffen würde. Eine Frau sagte damals: „Ihr täuscht euch. Sie wird als Erste darüber hinweg sein.“ Mit kurzem Blick auf das schreiende Wesen, das ich war, glaubte ihr keiner der anderen. Ich weiß, dass es damals für alle, die mich erlebt haben, eine schwere Zeit war. LEID zu sehen oder zu erleben ist für die meisten schwerer, als eine schreckliche Tatsache zu begreifen und anzunehmen.
In der zweiten Woche habe ich mit einer sehr guten Freundin sprechen können, die ihren Vater bereits als Kind verloren hatte, ebenfalls durch einen Unfall. Lange Zeit sprach nur sie. Ich hörte ihr zu und spürte, dass es jemanden gab, der verstehen konnte, dass meine Welt plötzlich nur noch wie von dichten Nebeln gedämpft wahrzunehmen war. Ich konnte nicht verstehen, dass sie sich unaufhaltsam weiterdrehte, wo doch ein mir so wichtiger Mensch einfach weg war! So viele Emotionen mischten mit. Ich fühlte mich, als sei auch ich nicht mehr in dieser Welt, sondern irgendwo hinausgeschleudert in einen anderen Zustand.
Irgendwann lag ich erschöpft auf dem Bett und erinnerte mich daran, dass mein Vater uns schon Jahre zuvor immer sagte, dass er niemals lange krank sein und „dahinsiechen“ möchte. Sein Wunsch wäre, nach einem Marathon oder 100-km-Lauf einfach hinter der Ziellinie mit einem Herzinfarkt oder Hirnschlag zu sterben. In unserer Familie wurde das Thema Tod also nicht ausgeklammert oder verschwiegen. Als Kind und Jugendliche wollte ich diese Worte natürlich nicht hören! Mein Vater war schließlich jung und gesund und außerdem soll niemand sterben, den man liebt. Doch in den Momenten der Trauer und Erschöpfung kamen mir seine Äußerungen in Erinnerung und ein Lächeln zuckte zaghaft über mein Gesicht. „Er hat es tatsächlich geschafft.“ In diesem Moment drang etwas sehr Wertvolles in mein Bewusstsein, was mich seitdem nicht mehr verlassen hat.
Dank der dortigen Bergwacht haben wir die letzten sehr fröhlichen und dankbaren Worte meines Vaters, welche im Gipfelkreuzbuch zu finden waren, erhalten. Als ich sie las, konnte ich in mir ganz deutlich spüren, dass ich mich für meinen Vater auch freuen kann.
Im Angesicht des Todes verlieren sonst so wichtige Fragen wie „Darf ich das? Ist das gesellschaftlich akzeptiert? Was werden die anderen denken?!“ ihre Bedeutung. Ich habe auf der Beerdigung mit anderen Trauernden genau darüber gesprochen und sowohl meine Freude für ihn, als auch meine Trauer ausgedrückt. Es steht völlig außer Frage, dass man einen geliebten Menschen „behalten“ will, es unerträglich ist, diesen zu vermissen und mit dem Wissen zu leben, was man alles nie wieder gemeinsam erleben wird!
Ich konnte SINN in diesem Geschehen finden. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Dieses Erlebnis brachte sehr viele dunkle Stunden, aber auch viel Klarheit in mein Leben. Es öffnete meinen Blick auf das Leben in vielfältiger Weise.
Und jetzt, Jahre danach, lese ich in einem Buch, dass bei vielen Naturvölkern dieser Erde ein ungehemmtes Schreien, Stöhnen und Klagen als Heilmittel bei körperlichen oder seelischen Schmerzen eingesetzt wird. Der Körper erhält Erlösung und Milderung all jener Spannung, die der Schmerz und die Angst auslösen.
Damals haben weder ich selbst noch die mir nahestehenden Menschen darum gewusst. Ich bin zutiefst dankbar, dass ich von niemandem gehemmt wurde und mein Schreien meinen Körper von diesem Schmerz erlösen durfte.
Diese persönliche Geschichte schreibe ich heute auf, weil mich das Zitat von Carl Rogers dazu bewegt hat. Nur deswegen teile ich sie nach all der Zeit mit. Die meisten Menschen tendieren dazu, den Tod und das Sterben zu verdrängen und aus Gesprächen herauszuhalten, womit sie eine Kultur unterstützen, in die der Tod nur plötzlich hereinbrechen kann, da ihm eine Anwesenheit im Leben und Alltag nicht gestattet wird.
Möge mein Teilen dieses Erlebnisses anderen Menschen helfen den Tod und all seine Unerbittlichkeit mit anderen Augen zu sehen, andere Möglichkeiten und Werte zuzulassen und vor allem: dem Tod einen Platz in unserem Leben zuzugestehen.
Lassen wir dies zu, statt zu verdängen, so bekommen wir die Chance zur Wandlung und zur Hingabe an die Gegenwart.
An dieser Stelle möchte ich mit einem Zitat aus Dirk Grossers Buch „Selbst ein Anfang sein“ enden, das wunderbar umschreibt, was beim Schreiben und Nacherleben in mir vorging und mich begleitete:
„Wir selbst können Worte schreiben oder sprechen, die im Inneren anderer Menschen eine Flamme entzünden. Wir können die Zerbrechlichkeit des Lebens und seine immense Zärtlichkeit in uns spüren und diese Zärtlichkeit durch unser achtsames Sein an die Welt zurückgeben. Jedes Wesen, das stirbt, war sein eigenes Wunder, welches für eine gewisse Zeitspanne aufschien, wirklich hier war, mit anderen Wesen verbunden war und unseren Kosmos um eine entscheidende Facette bereicherte.“

Freitag, 26. August 2011

Leben mit Depression

"Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen?!" (Georg Christoph Lichtenberg, dt. Physiker)


Dieser Film zeigt schonungslos ehrlich und ohne jegliche Hollywood Attitüde die Sicht einer ganzen Familie . Eine depressive Frau, die scheinbar keinerlei Gründe für einen Zusammenbruch haben sollte - ihren liebenden Ehemann, der ihr helfen und sie "zurückhaben" möchte - ihre Tochter, die die Mutter schmerzlich vermisst. Ein Film, der alle Seiten beleuchtet und viel Verständnis in die Herzen und Köpfe Betroffener bringen kann.

Freitag, 12. August 2011

Das große Potenzial der Wandlung

„Es kommt offenbar darauf an, sich dem ungeheuren, dem dynamischen Prozess der Veränderung anzuvertrauen, der dieses ganze Universum beherrscht. Denn das scheint auch ein Grund- und Urgesetz für die Lebendigkeit der Seele von Menschen zu sein. Was also in dir geschehen muss, immer wieder, das ist, dass du irgendeine feste Gestalt aufgibst, irgendein festes Ergebnis deiner Bemühungen loslässt und das Risiko eingehst, das mit aller wirklichen Veränderung verbunden ist. Unsere Lebensbedingung ist die Wandlung. Sie beginnt aber nicht bei irgendwelchen himmelhohen Zielbildern, die du erreichen willst, sondern sehr alltäglich. Du begreifst, dass irgendetwas in dir anders werden müsste. Nach einiger Zeit verstehst du, dass es viel ist. Und am Ende, dass alles an dir einer tiefgreifenden Wandlung bedürftig ist.“
(Jörg Zink, *1922)

Mittwoch, 3. August 2011

Gebet

Durch Gebet erlangt man alles. Gebet ist eine universelle Medizin.

Novalis
(eig. Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg)
1772-1801
Deutscher Dichter
 






Viel zu häufig ist in unseren Köpfen das Wort GEBET mit der christlichen Kirche verbunden, wirkt "verstaubt" und mutet vielleicht sogar merkwürdig an. Oft scheint auch untrennbar zu sein: wer betet, der ist tief gläubig. Ist das wirklich immer so?!  Und wenn ja: WORAN glaubt der Betende? Ist es womöglich der Glaube daran, dass alles gut werden wird - oder bereits alles gut ist?
Eine liebe Freundin von mir ringt derzeit mit dem Tode. Ich nehme mir täglich Zeit, denke an sie und formuliere innerlich Wünsche für sie und das Leben. Ich würde dies nicht als Gebet bezeichnen, ... doch was ist es? „Gute Energie schicken“? Segnen? Richtig ist, dass ich um oder für etwas bitte. Ich habe also gestern darum gebeten. Gebet. Der gleiche Wortstamm. Wenn wir dieses Zitat so nicht annehmen können, können wir es mit „Bitte“ ersetzen. Ein guter Wunsch ist es nicht (nur), gute/positive Energien schicken auch nicht... nein, es ist vielmehr eine Bitte an die höhere Ordnung der Dinge in dieser Welt (wie immer wir diese nennen mögen). Dieses Bitten, dieses Gebet, halte ich für mich stets offen. Woran wir hängen, was wir dringend möchten, haben oder erreichen wollen, ist subjektiv von unserem Bedürfnis gefärbt und nicht immer das Beste für unser Leben und Wachstum.
Wenn wir in unseren fröhlichen Zeiten eine Praxis des offenen Bittens in den Alltag integrieren, so wird es uns in den dunklen Zeiten leichter fallen zu vertrauen und auch hier den Ausgang des Geschehens der höheren Ordnung zu übergeben.
Gebete fördern Vertrauen und Hingabe.
Wer sich davon berührt fühlt, kann einmal versuchen diese kleinen offenen Bitten in seinen Tagesablauf zu integrieren: nach der morgendlichen Meditation, nach dem Zähneputzen oder während der 5 Extraminuten, die man morgens im Bett liegen bleibt.

Sonntag, 24. Juli 2011

Sehr gerne mache ich heute auf das regionale Heilnetz-OWL aufmerksam. Es lohnt sich immer einen Blick darauf zu werden, da sich dort nicht nur ganzheitlich denkende und arbeitende Menschen der Region OWL, sondern auch Good News, Themenberichte aus der Praxis (derzeit: Stress) und ein Lexikon zu den angebotenen Tätigkeiten finden. So hat man gleich eine gute Möglichkeit verschiedene Begrifflichkeiten nachzuschlagen.
Auch ich selbst habe gerade einen Lexikon-Eintrag geschrieben und werde noch weitere kleine Einträge rund um schamanische Themen ergänzen. Wer Interesse hat:

http://heilnetz-owl.de/Lexikon/S/Schamanismus_Schamanentum/

Schamanismus / Schamanentum

 © Elena Ray - Fotolia.com.jpg
Querverweise:
Jennie Appel
Kategorie: Spirituelle Heilweise
Autorin: Jennie Appel, Psychologische und Energetische Beraterin
Quelle: Eigene Zusammenstellung
Datum: 03.07.2011
Hintergrund / Kontext
Die Herkunft des Begriffs „Schamane“ wurde von Sprachwissenschaftlern umfangreich debattiert und ergibt nur eine eindeutige Übereinstimmung. Es handelt sich demnach ursprünglich um ein tungusisches Wort (schaman) das in die heutige russische Sprache Eingang gefunden hat. Es bedeutet etwa „ außer sich sein“ oder auch „verzückt sein“. Daneben debattiert man weiterhin über eine Abstammung aus dem Sanskrit (von sramana = der religiöse Praktiker der Askese).
Schamanismus taucht häufig im Zusammenhang mit Naturreligionen auf, wenngleich der Schamanismus keine Religion darstellt, sondern vielmehr eine Lebensweise und eine auf eigener Erfahrung beruhende Weltanschauung, die den Alltag durchtränkt. Der Ethnologe Mihály Hoppál definierte: „Der Schamanismus ist ein kognitives Universum, das höchstens von außen betrachtet wie eine Glaubensvorstellung wirkt, von innen gesehen aber eine tiefe Überzeugung darstellt, denn sie (die Stammesmitglieder) wissen, und sie haben die (heilende) Kraft des Schamanen oft erfahren“. Diese tiefen Überzeugungen lassen sich u.a. in dem Satz „Alles ist mit allem verbunden“ zusammenfassen und beinhalten auch die Existenz der Anderswelt, die neben unserer Welt besteht, sowie den darin existierenden Wesenheiten wie z.B. Krafttieren. Diese Anderswelt wird häufig mit dem Bildnis des Weltenbaumes dargestellt. Die Baumkrone ist hierbei die Obere Welt, die Wurzeln bilden die Untere Welt und der Stamm die Mittlere Welt, welche als eine Parallelwelt zu unserer bekannten Welt verstanden wird.
Der Schamane fungierte seit jeher als Mittler zwischen den Welten und war als solcher dazu in der Lage seinen Bewusstseinszustand mit Hilfe monotoner Rhythmen (Trommel, Rassel) oder Trancetanz so zu ändern, dass er mit einem Teil seiner Seele in diese Anderswelt reisen konnte, während ein Restbewusstsein im Körper verblieb. In diesem Sinne ist er, wie Mircea Eliade schreibt, „ein Meister der Ekstase“ (Ekstase = aus sich heraustreten). Alle Völker kennen Rituale, die in ein erweitertes Bewusstsein führen, um den Zugang zur Anderswelt sowie eine Interaktion mit dieser zu erleichtern. Das einfache Prinzip besagt: was in der Anderswelt an Veränderungen geschieht, wirkt sich auf diese Welt aus. Der Schamane glaubt tatsächlich nur an das, was für ihn erfahrbar ist.
 „Schamanisches Reisen“ ist sowohl eine Technik, als auch ein Begriff für die Veränderung des Bewusstseins. Im Unterschied zu geführten Meditationen verselbstständigen sich hier jedoch die Bilder und Handlungen. Der Schamanisch Reisende ist aktiv und (re-)agiert, wenn er sich in der Anderswelt befindet.

Techniken
Georg O. Gschwandler bringt die Arbeit der Schamanen auf eine einfache Formel: „Was fehlt, muss zurückgebracht, was zu viel ist, muss entfernt werden.“
Hierbei wendet der Schamane, von der Basis der Schamanischen Reise ausgehend, die Techniken Extraktion, Divination, Clearing, Seelenteilrückholung und Krafttierverbindung an. Ergänzend werden Rituale, Zeremonien, Medizinwanderungen, Initiationen und Visionssuchen angewandt.

Ursprüngliche Aufgaben

Schamanen waren seit jeher nicht „nur“ Heiler, sondern Seelsorger, Psychologe, Berater, Mediziner, Pflanzenkundiger, Therapeut, Krieger, Priester, Orakel, Künstler, Sänger, Geschichtenerzähler und Schauspieler zugleich für ihren Stamm. Heute liegt der Fokus meist allein auf dem Gebiet des Heilens.
Unterschied: Schamane oder schamanischer Praktiker?
Schamanen wachsen direkt in einer schamanischen Kultur auf und werden von der Gemeinschaft zum Schamanen ernannt.
Schamanische Praktiker nennt man jene Menschen in unserer westlichen Kultur, welche von den Schamanen der Naturvölker lernen.
Das Erlernen schamanischer Praktiken steht grundsätzlich jedem Menschen offen, denn wir alle tragen das Potenzial in uns, so wie z.B. jeder Mensch ein Musikinstrument lernen kann. Wichtig ist hierbei, dass man kontinuierlich an seinen eigenen Schatten-Themen arbeitet und dies am besten im Zuge einer fundierten Ausbildung. Die eigene Wachstumsarbeit erleichtert das Trennen der beiden Enrgiekörper und der jeweils entstehenden "Mischbilder" erheblich und trägt zu einem klareren Sehen bei.