Mittwoch, 11. März 2015

Poesie für Sternenkinder und deren Eltern

Verwaiste Eltern.
Diese Bezeichnung schmerzt schon beim Lesen - es fühlt sich einfach nicht richtig an.
Sein Kind zu verlieren zählt sicherlich zu den schmerzhaftesten Dingen, die einem Menschen widerfahren können. 
So viele Fragen kommen auf, drehen sich im Kopf immer wieder herum... und führen doch zu keiner Antwort. Wie soll man hier einen Sinn erkennen?! Diese wundervolle CD enthält 21 äußerst einfühlsam gelesene Gedichte, die Stephanie Raecke für all jene geschrieben hat, die ein Kind während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verloren haben - deren Kind, kaum, dass sie es kennenlernen durften, zu den Sternen reiste. Letztlich ist es auch ein poetisches Werk, das für all diese Sternenkinder entstanden ist und so liebevoll, so zärtlich beim Abschied nehmen helfen kann und immens viel Dankbarkeit für das Erscheinen dieses kleinen Wesens ausdrückt.
Auch das Hadern und das Unverständnis finden ihren Platz und es darf einfach sein, dass man sich "ganz unten" fühlt, bis die Trauer sich verwandeln kann und einfach anders wird.
Direkt nach dem Stern ein Kreuz schreiben müssen... 
Diese Zeilen haben mich sehr berührt. 

Auch die Liebe zum Leben spricht warm und herzlich aus all den Zeilen der Gedichte und daher teile ich diese Infos heute - mit den besten Wünschen und innigem Mitgefühl für die verwaisten Eltern in dieser Welt:




Interessenten können über das Kontaktformular der website www.sternenkindergedichte.de die CD bestellen. Auf dieser Seite findet man auch einige Infos zur CD und zu Stephanie Raecke.
Wer sie direkt kennenlernen möchte, hat am 8. und 9. Mai in Bremen auf der Messe "Leben und Tod" die Gelegenheit - schauen Sie einfach am Stand 6 C 24 vorbei. Dort wird es dann auch die zweite CD geben, die sich derzeit in Produktion befindet. Diese neue CD umarmt mit ihrer Poesie diejenigen, die ein Kind zu einem späteren Zeitpunkt (Kindes-/Jugendalter), nach längerer gemeinsam verbrachter Zeit, verloren haben.

Donnerstag, 5. März 2015

Hanwi - Die Sonne der Nacht

Die indigenen Traditionen haben meist zumindest eine Schöpfungsgeschichte, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Einige Traditionen kennen sogar mehrere Schöpfungsgeschichten, die die verschiedenen Aspekte unterschiedlich gewichten, wie zum Beispiel die südamerikanische Inka-Tradition, die allein zur Entstehung der Welt mindestens vier Versionen zu teilen weiß. Heute zum März-Vollmond möchte ich hier die Erzählung eines nordamerikanischen Stammes teilen:

Bei den Lakota gibt es die Geschichte zum Mond. Es heißt darin, dass sich Maka, Mutter Erde, um die Sonne, Wi dreht. Wi erhellte und wärmte jedoch nur die Hälfte des Körpers der Mutter Erde und so bat Maka die Sonne, auch jene Seite zu erwärmen, die im Dunklen lag und daher kühl war. Um der Bitte der Mutter Erde nachzukommen, erschuf Wi aus sich selbst Hanwi, den Mond, und setzte ihn an die andere Seite der Erde, auf dass Hanwi das Sonnenlicht reflektieren und damit Wärme erzeugen sollte, um die dunkle Seite der Erde zu erhellen und zu wärmen. 
Das Wort Han bedeutet Dunkelheit und Wi ist die Sonne - Hanwi ist die Nachtsonne oder die Sonne der Nacht. So finden die Hanwi-Zeremonien im Dunklen statt und werden nur durch das Strahlen des Mondlichts beleuchtet. Die Energien der Dunkelheit bereichernd die Energien des Lichts und beide Kräfte bedingen und ergänzen einander. Die strahlenden Lichter der Sonne und des Mondes halten unsere Energien auf der Erde im heiligen Gleichgewicht.

Das heilige Gleichgewicht einer Vollmondnacht können wir gut zur Reflexion nutzen. 
Ganz so, als diene Hanwi uns in seiner Fülle als ein silbriger Spiegel, in dem wir uns und unser Leben beschauen können. 
Wir können uns Fragen wie diese stellen:

Ist der Weg, den wir gerade gehen in Einklang mit unserem Wesen?
Lieben wir das, was wir tun?
Können wir ganz hinter all dem stehen, was wir in die Welt hinaustragen?
Wachen wir morgens freudvoll auf und starten nach einer geruhsamen Nacht frisch in den neuen Tag?

Wenn nicht - was fehlt uns zu unserer Vollständigkeit oder der Vollständigkeit unseres Weges?
Wonach sehnen sich Herz und Geist?
Was würde uns erfüllen?

Möge jeder volle Mond uns unserer Erfüllung näherbringen,
möge er uns von der Schönheit der Fülle zuwispern 
und uns spüren lassen, dass diese uns allen zuteil wird in diesem wunderbaren Leben.
Gesegnet sei deine Nacht - gesegnet sei jeder neue Morgen.

Dienstag, 3. März 2015

12 Monate Dankbarkeit - März

Kannst du tief im Herzen Dankbarkeit dafür empfinden, dass du so bist, wie du bist?
Kannst du dir selbst dafür danken, wie sich dein Wesen im Laufe des Lebens bis zum heutigen entwickelt hat?
Kannst du deinen Eltern dafür danken, dass sie dir das Leben geschenkt haben?

Diese Fragen eignen sich ganz besonders für den Monat, in dem wir geboren wurden. Ohne unsere Eltern, ohne unsere Mutter, die uns monatelang das "erste Zuhause" war und uns schließlich geboren hat, würde es uns in dieser Form nicht auf der Welt geben.
Vielleicht fällt es uns nicht immer leicht, dies auch wirklich von Herzen zu empfinden, weil es in unserer Familie Herausforderungen oder gar Brüche gegeben hat - doch es ist wichtig, das wir unseren Eltern und Ahnen dafür danken können, dass sie das Geschenk des Lebens an uns weitergereicht haben. Dieses Geschenk anzunehmen heißt, sein Leben voll und ganz zu leben, es auszukosten und "ganz du selbst zu sein" - kannst du dieses Geschenk noch mehr annehmen? 
Einer meiner Lehrer sagte mir, es sei der größte Ausdruck von Dankbarkeit für das eigene Leben, wenn wir es wirklich leben. Es würdigt nicht nur uns selbst und unsere ureigene Seelenkraft, sondern auch unsere Ahnen und all das, was sie auf sich genommen haben, bis es zu unserer Geburt kommen konnte.
Gehe auf deine persönliche Ahnenreise...
Es setzt unglaubliche Kraft frei, wenn wir uns mit unserer Herkunft aussöhnen und ich kann nur jeden dazu ermutigen, dies zu tun. Wir werden frei für unseren ureigenen Weg und können fliegen - auch oder gerade wenn wir Wurzeln haben. 

Sonntag, 22. Februar 2015

Welttag des Yoga - Was Schamanisch Praktizierende auf diesem Weg "gewinnen" können...

Manche Menschen fragen sich vielleicht, warum es auf einer Praxiswebsite für schamanische Beratungen immer wieder auch Artikel und Empfehlungen zum Thema Yoga gibt.
Die Erklärung hierfür ist ganz einfach: beide Wege können einander wunderbar unterstützen und bereichern. Stephen Cope schreibt in seinem Buch "Die Suche nach dem wahren Selbst", wie er über seine tiefe Meditationspraxis zum Yoga gefunden hat und dies als Unterstützung für die tägliche Meditation empfindet. Tatsächlich sind die Asanas ursprünglich eine "Hilfe" und Vorbereitung für eine tiefe Meditationserfahrung gewesen. Die Asanas bereiteten den Körper vor, um möglichst lange, ruhig und in stiller Hingabe dem Göttlichen nahe zu sein.
Diese ursprüngliche Anwendung können wir völlig "Wege-übergreifend" auch für eine tiefere Praxis des schamanischen Reisens nutzen. Wir begeben uns sehr klar, innerlich wach und im Fluss auf unseren Weg in die Anderswelt. Zudem können wir uns die Wirkungen der Asanas "zunutze" machen, da sie viele Aspekte ansprechen, die für einen Schamanisch Praktizierenden wichtige Grundlagen sind: allen voran die HINGABE. Mit dem Üben der Vorwärtsbeuge (पश्चिमोत्तानासन / Paschimottanasana) kultivieren wir Hingabe und die Fähigkeit ganz loszulassen. Treffen wir auf der schamanischen Reise das Krafttier oder einen anderen Spirit, so können wir uns (möglicherweise leichter) hingebungsvoll seiner Führung und Weisung anvertrauen. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Während des langen Sitzens im Kreis auf dem Boden bei Seminaren oder auch allein zuhause innerhalb der Meditation oder während langer Trance-Haltungen, die die schamanische Reiseerfahrung vertiefen, wirkt Yoga bei eventuellen körperlichen Blockaden erleichternd. Der Begriff Yoga bedeutet Einheit, Harmonie, Vereinigung und kann in diesem Fall als eine Vereinigung zweier Wege gesehen werden, die einander begleiten, unterstützen und bereichern können. Wenn wir schmerzfrei auf die schamanische Reise oder in eine tiefe Meditation hineingehen können, so wird kein körperliches Weh unseren Geist von der Reise oder der Stille ablenken. Wenn wir geübt sind, unseren Geist frei auf Reise gehen lassen zu können und ihm immer wieder erlauben in die Weite der Anderswelt einzutauchen - so finden wir uns in regelrechten Flow-Yogastunden wieder, die uns tiefer zu unserem Körper und damit letztlich zu uns selbst führen können.


Es geht also nicht darum, diese beiden uralten Wege zu vermischen, sondern von Zeit zu Zeit den jeweiligen Weg zu gehen, der den Gang auf dem anderen unterstützt. Sie schließen einander nicht aus, sondern können uns umarmen. 
Vielleicht führen beide Wege nach Hause - vielleicht hilft ein zeitweises Gehen auf dem einen Weg, den anderen in seiner vollen Länge bis ans Ende zu gehen und stets zu wissen: dieser Weg ist der Weg meines Herzens und meiner Heimat.

Schamanen haben seit jeher verschiedene Wege probiert und ihre Medizin aus Erfahrung gewonnen. Nicht jede Methode passt zu jedem Menschen und seinen derzeitigen Bedürfnissen und das ist völlig in Ordnung so. Wenn wir uns auf die Suche nach diesem "Mehr an Kraft" machen, kann es jedoch auch Hinweise auf die Praxis der stillen Meditation, Achtsamkeit oder des Yoga kommen - und wir erhalten Kraft vieler Ebenen, die wir zusätzlich zu einem hingebungsvollen Krafttier-Tanz nutzen und zum Wohle aller einsetzen können. Wir können eine solche Praxis also auch zum Auftanken und Rückzug zu uns selbst kultivieren, damit wir dann wieder frei und kraftvoll nach außen treten können. 



Wer sich hierfür interessiert - ein Bücher-Tipp zum Thema:

Auch auf unser Gehirn hat die Praxis des Yoga eine großartige Wirkung. Diese wissenschaftlichen Belege werden u.a. in zwei Büchern lebendig und verständlich beschrieben, so dass auch der Verstand ausreichend Futter erhält und erkennt, was warum wozu gut sein könnte. Vielleicht ist es also einen Versuch wert, nicht nur die bewusstseinserweiternden monotonen Klänge der Rassel oder Trommel für uns zu nutzen, sondern unser Gehirn auch anderweitig zu trainieren?! 
Wer diesen Versuch wagen will, findet in Anna Trökes & Bettina Knothes neuem Buch "Neuro-Yoga" oder in Ulrich Otts "Yoga für Skeptiker" spannendes Hintergrundwissen auf dem neuesten Forschungsstand. Es handelt sich um wegweisende Bücher, die uraltes Wissen aus Indien mit moderner Wissenschaft verbinden und uns ein umfassendes modernes Verständnis von Yoga und seinen Wirkweisen liefern. Beide Bücher liefern also fundierte Infos, während in "Yoga für Skeptiker" besonders die Anfänger angesprochen werden und viele Basis-Übungen sofort umsetzbar erklärt werden. 
"Heilsame Formen des Denkens und Fühlens schaffen" ... das wollen wir schließlich alle und deshalb lohnen sich diese beiden Bücher bzw. der Weg des Yoga.


Samstag, 14. Februar 2015

Danke an die "Stein-Leute"

Es heißt, die Steine sind unsere ältesten Verwandten.
Die Natives sprechen von Pflanzen-Leuten und Stein-Leuten und drücken damit aus, wie sehr wir alle miteinander verbunden sind.
Für mich sind Steine ganz besondere Gefährten, die einen wichtigen Teil der schamanischen Arbeit übernehmen - sie tragen für die Zeit der Sitzung das Thema eines Klienten und sind für mich dadurch eine Art "Arbeitskollege" und auch eine Art "Navi", das mir den Weg zeigt.
Ich bin dankbar dafür, dass sich immer genau dann ein Stein in der Nähe findet, wenn es einen benötigt. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Arbeit ausüben darf.
Aus diesem Grunde gibt es heute eine Liebeserklärung an die wegweisende Kraft der Steine in Form eines Gedichts von Joseph Bruchac (Stamm der Abenaki):


Als ich die erste Karotte dieses Sommers aus der Erde zog,
war ein Stein im Wurzelhaar gefangen
wie eine Münze in einer Faust.

Die ältesten Bewohner dieses Hügels,
länge bevor mein Fuß ihn betrat,
lasen ihr Geschick aus der Gestalt von Steinen.

Jeder Stein trug ein Muster,
eine Wegkarte dieses Landes;
wer sie deuten konnte,
den führte sie an sein Ziel.

Ich passte meine Handfläche
der Form des Steines an,
suchte nach der Skizze eines unsichtbaren Pfades,
einer Straße, wie sie die Flügel des Rotschwanzfalken
bisweilen über den Himmel ziehen.

Ich hielt den Stein, bis ich spürte,
wie mein Herz in seinem Rhythmus zu schlagen begann,
dann vergrub ich ihn wieder, unsicher
ob ich schon bereit war,
den Weg zu betreten, den er mir wies.

- Joseph Bruchac -




Ich danke den Steinen für die Zusammenarbeit.
Ich danke den Steinen für die vielen wegweisenden Zeichen, die ich schon erhalten durfte.

Dienstag, 10. Februar 2015

12 Monate Dankbarkeit - Februar

Alle spirituellen Traditionen betonen, dass die Liebe die stärkste Kraft ist. Wie bewusst erfahren wir diese universelle Wahrheit gerade in unserem Leben?
In wenigen Tagen ist Valentinstag und mit ihm kommt die kollektive Gelegenheit kurz innezuhalten und nachzuspüren, wen oder was wir lieben.
Der Februar ist damit ein ganz wunderbarer Monat, um sich zu fragen "Was berührt mein Herz?" und wir werden oft schon ab Mitte Januar ganz gratis mit allerlei Werbung zum Valentinstag und den dazugehörigen Herzen immer wieder daran erinnert, wie durch ein nützliches Post-it. Ob uns dieser Tag irgendetwas bedeutet und wir ihn mit Blumen, Süßem oder sonstigen Geschenken begehen, ist dabei gar nicht so wichtig - wir können diesen Tag auch als Erinnerung für uns selbst nutzen und (zumindest) jedes Jahr um diese Zeit in unser Herz hineinspüren und dem folgen, was es uns zuflüstert. Es ist eine gute Zeit, sich erinnern zu lassen... Nutzen wir die Valentins-Werbung doch einfach als liebevolle Erinnerung, der Weisheit unseres Herzen wieder mehr Raum zu geben oder uns zu fragen, ob das, was wir tun, noch immer unseren Herzensweg widerspiegelt.

"Das Herz ist der Ort, wo wir hingehören. Wir gehören dahin, wie wir in unsere Heimat gehören, ganz gleich wie weit wir uns davon entfernt haben. Und wenn wir dort sind, gehören wir auch dahin, denn was Heimat zur Heimat werden lässt, ist die Tatsache, dass jeder zu allen gehört und alle zu einem." 
(Bruder David Steindl-Rast)

Da ich selbst seit ich schreiben kann, Briefe und Postkarten verschicke und immer wieder voller Vorfreude zum Briefkasten gehe, kann ich aus tiefstem Herzen sagen: 
eine handgeschriebene Postkarte, für die sich ein Mensch Zeit genommen hat, um ein Motiv auszuwählen, sie zu schreiben und zur Post zu bringen, die dann ein "echter Postbote" bringt und die dadurch so viel persönliche Energie innehat, ist noch immer eine wunderbare Art - gerade in Zeiten von Facebook, what's app usw. - einem Menschen eine Freude zu machen. Zwischen Werbung und Rechnungen ein handgeschriebener Gruß...

Vielleicht schreiben Sie einem Menschen in diesem Monat einen lieben Gruß per Post und bringen ihn oder sie zum Lächeln?

Mein Herz ist immer wieder ganz berührt von den echten Karten und Briefen, die hier eingehen und ich bin sicher, dass es anderen Menschen ganz genauso geht.

Wenn wir aus vollem und offenen Herzen leben, dann nehmen Liebe, Mitgefühl und Dankbarkeit stetig zu - ein guter Grund, sie in die Welt hinauszuschicken.

Mittwoch, 14. Januar 2015

12 Monate Dankbarkeit - Januar

Viele Klienten haben mir in den vergangenen Tagen berichtet, dass sie hoffen, das Jahr würde nicht wirklich so werden, wie die Vorzeichen während der Rauhnächte es zu verheißen schienen. Manche erleben also gerade eher schwere Phasen und einige von uns sind ganz sicher bestürzt von den jüngsten Ereignissen auf dieser Welt...

Um gerade in diesen herausfordernden Zeiten immer wieder regelrecht einen "Anker der Dankbarkeit auszuwerfen" und mich ganz bewusst immer wieder auf die vielen lichten Seiten des Lebens auszurichten, werde ich in diesem Jahr jeden Monat in verschiedenen Bereichen all das wertschätzen, wofür ich dankbar bin. Und ich habe heute aufgrund der oben genannten Rückmeldungen beschlossen, diese persönliche Praxis mit all jenen zu teilen, die sich davon angesprochen fühlen.
Natürlich bin ich nicht nur 1x im Monat dankbar! Wir alle sind wohl im Laufe des Alltags dankbar für die kleinen und großen Dinge des Lebens, und manchmal sprechen wir dies auch aus oder zeigen unsere Dankbarkeit durch Gesten. Es geht hier vielmehr darum, eine Art Achtsamkeitspraxis zu kultivieren und mehr und mehr Segnungen des "normalen Alltags" als Segnungen zu erkennen und zu wertschätzen. Je mehr wir uns dieser Geschenke des Lebens bewusst werden und dafür danken, desto mehr entwickeln sich auch unsere anderen Tugenden und die Hindernisse des Lebens erscheinen uns viel eher so klein, dass wir uns zutrauen, sie spielerisch zu meistern.

"Dankbarkeit ist die innere Haltung, unserem Leben Bedeutung zu geben, 
indem wir es als Geschenk annehmen." 
(Bruder David Steindl-Rast)

Vergleichen wir uns als Person oder gar unser ganzes Leben mit anderen Menschen, hindert uns dies viel zu oft daran, mit derjenigen, die wir sind oder dem, was wir haben, voll und ganz zufrieden zu sein. Dankbarkeit ist wie ein Samen, den wir in unserem Herzen ausbringen und der es nähren wird. Dieser Samen wird sozusagen mit uns gemeinsam in ein Leben voller Sinn und Bestimmung hineinwachsen. Es ist unnötig nach dem zu schielen, was andere haben oder sind, wenn wir erkennen, wieviel Segen in unserem eigenen Leben steckt. Oscar Wilde soll gesagt haben "Sei du selbst, alle anderen sind schon vergeben." und es ist auch gut so, dass sie alle vergeben sind. Jeder von uns bringt seine eigene strahlende Facette in die Welt ein und jeder von uns ist ein wahr gewordener Traum des Großes Geheimnisses. 
Vielleicht ist es gerade heute schwer, dies alles annehmen zu können.
Vielleicht fühlt sich das Leben gerade so überhaupt nicht wie ein "Geschenk" an.
Und gerade dies sind die Zeiten, in denen unser Sein sich über Dankbarkeit freuen würde und diese in sich aufnehmen wird die Erde den Regen nach einer langen Dürreperiode.

JANUAR, ein Monat des Neubeginns und der "Monat der guten Vorsätze". (...so manche davon überleben diesen ersten Monat des Jahres kaum...) Wir blicken voller Freude in die Zukunft und richten uns oftmals genau zum Jahresbeginn mehr als in anderen Zeiten auf unsere Wünsche, Träume und Ziele aus. 
Laut dem Hopi Weisen Thomas Banyaca ist es wichtig, sich seiner Vision in 4 Schritten zu nähern:
innehalten, erwägen, verändern, korrigieren.
1. Innehalten
Spüren wir erst einmal nach Innen, was sich wirklich zeigen möchte, was unsere Aufmerksamkeit verlangt. Nehmen wir uns Zeit uns selbst zuzuhören, damit wir die feine Stimme des Herzens vernehmen können.
2. Erwägen
Was möchte sich in unserem Leben zeigen? Welche Schritte führen uns weiterhin sicher und freudvoll auf unserem Herzensweg entlang? Was ruft unsere Seele? Was hindert sie an ihrer Entfaltung? 
3. Verändern
Bei diesen ersten beiden Schritten werden wir auf Zeichen und Hinweise stoßen, die uns bedeuten, was wir in unserem Inneren verändern können und welche Dinge wir in unserem Leben buchstäblich "in Angriff nehmen" sollten. Hier gilt es zu schauen, wann wie und wodurch sich unser Lebensweg wieder mit dem Herzensweg in Einklang bringen lassen kann, wenn dies gerade ein wenig parallel oder gar in entgegengesetzte Richtungen auseinander gedriftet sein sollte. Welche Veränderungen stehen also an, um unsere Schritte ganz gezielt wieder in Richtung Herzensweg zu setzen?
4. Korrigieren
Sollte sich herausstellen, dass diese Veränderungen für uns nicht funktionieren oder nicht dorthin führen, wohin wir gelangen wollten, so können wir dies glücklicherweise korrigieren. Vielleicht ist etwas gar nicht so förderlich für unsere Vision, wie es in der Theorie erschien? Dieser Schritt gibt uns die Möglichkeit, unsere Träume und Ziele mit unseren Entscheidungen in Übereinstimmung zu bringen. Wir können immer wieder neu beginnen - nicht nur im Januar! Und diese Gewissheit kann manchmal eine Last von den Schultern nehmen. 
Gestalten wir mit diesen 4 Schritten eine Zukunft auf einem kraftvollen Weg, der Herz und Seele nährt und uns Freude bereitet!

Sehen wir uns in diesem Monat unter diesen Aspekten gemeinsam die Bereiche unseres Lebens an:
Gesundheit, Beziehungen, Beruf, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen.

Hierzu können wir diese 4 Schritte für uns nutzen und einen 5. hinzufügen:
5. Wofür bin ich dankbar?
Ich bin sicher, dass wir in jedem dieser Bereiche etwas finden werden, das wir dankbar wertschätzen und vielleicht sogar keinesfalls missen möchten.
Und ich bin sicher, dass diese ehrlich empfundene Dankbarkeit für alle anstehenden Schritte der Veränderung wie ein Treibstoff sein kann - der uns diese Schritte vielleicht nicht unbedingt schneller, jedoch leichter und mit sanftem Rückenwind gehen lassen wird. Sanft angetrieben. Sanft ermutigt.


Julia@work (Bildrechte: Julia Knöchel)

(Bildrechte: Julia Knöchel)


Ich bin in diesen Tagen unter anderem sehr dankbar dafür, dass ich 2015 gemeinsam mit der tollen Fotografin Julia Knöchel zwei Herzensprojekte realisieren darf.

Ich bin sicher, wir werden miteinander viel zu lachen haben :-)

 
Mögen wir uns selbst danken, für jeden Moment, in dem wir unserer Seele zugehört haben und uns die Zeit nahmen, ganz und gar für uns da zu sein.
Möge diese Momente mehr und mehr Selbstverständlichkeit erlangen und uns nähren.
Mögen wir dankbar für das Geschenk des Lebens sein.



Wofür bist du in diesen Lebens-Bereichen oder in diesem Monat dankbar?
Wofür sind Sie gerade dankbar?
Ich freue mich, wenn die eine oder der andere dies hier mit mir teilen möchte.
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Danke :-)